Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 6. Februar 2012 Kontakt  Impressum  
 

Ausgesuchte MS-Links:

 

Rahmenempfehlungen zur Behandlung der MS

Methodische Aspekte

 

Behandlungen

Kortikosteroidbehandlung

Betainterferontherapie

Glatirameracetat/Copolymer-1

Intravenöse Immunglobuline

Azathioprin

Mitoxantron

Cyclophosphamid

Methotrexat




Therapie mit Betainterferon


Die Wirkung des Gammainterferons, die in einer Anregung der zellulären Abwehraktivität des Immunsystems besteht, wird durch Betainterferone gedrosselt Erst mit der Möglichkeit, körpereigene Substanzen, wie z. B. Interferone, gentechnisch in größerem Umfang herzustellen, wurden Betainterferone therapeutisch in breiterem Rahmen nutzbar. Die Wirksamkeit der Betainterferone 1a und 1b wird mit ihrer Funktion als Antagonist des körpereigenen Gammainterferons begründet. Dazu gehören folgende Effekte: Induktion der immunmodulatorischen Zytokine IL-10 und TGF-b. Hemmung der T-Zellproliferation. Hemmung der Produktion proinflammatorischer Zytokine. Suppression der Expression von HLA Klasse-II und Adhäsionsmolekülen. Steigerung der T-Suppressorzellaktivität. Blockade von Metalloproteinasen und Chemokinen sowie verminderte Blut-Hirn-Schranken-Permeabilität.    
Die Wirksamkeit der Betainterferone ist gut belegt Die Wirksamkeit der Betainterferone beim schubförmigen Verlauf der Multiplen Sklerose wurde in drei verschiedenen Klasse I Studien belegt. Als Parameter für die Effektivität wurden dabei untersucht: die bestätigte Krankheitsprogression gemessen an der EDSS (=Expanded Disability Status Scale). die Veränderung der kernspintomographischen Veränderungen. die Schubfrequenz. Die Tabelle unten zeigt die Basiswerte der randomisierten und kontrollierten Studien bei der schubförmigen MS:    
Nebenwirkungen von Betainterferonen lassen sich gut kontrollieren Bei allen drei Substanzen wurden, besonders in der Anfangsphase, grippeähnliche Nebenwirkungen beobachtet. Möglich sind auch Veränderungen im Blutbild und bei den Leberwerten. Lokale Reizerscheinungen bei subkutan injizierten Betaferonen sind möglich. Sehr selten kann es zu lokalen Nekrosen kommen. Die Nebenwirkungen können aber insgesamt durch eine entsprechende Behandlung und durch Modifikation der Injektionsstellen u.a. kontrolliert werden.    
Bei der schubförmigen Verlaufsform können alle drei Betaferone eingesetzt werden Alle drei Betaferone sind wirksam in der Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose angesehen und als Basistherapie eingesetzt werden. Bei einem Versagen der Betaferontherapie ist ein Umstellen der Therapie auf ein anderes Betaferon als nicht sinnvoll anzusehen. Bei der Betaferon® und Rebif® Studie wurde eine dosisabhängige Steigerung der Wirkung beobachtet, so daß bei Therapieversagen eine Dosiserhöhung begründbar ist. Dennoch stehen Ergebnisse von Dosisvergleichsstudien noch aus.    
Beim Übergang von der schubförmigen in die sekundär- progrediente Verlaufsform, kann die Behandlung mit Betaferon® fortgeführt werden Bisher liegt eine große klinische Studie mit Betaferon® zur Behandlung der Multiplen Sklerose mit sekundär progredientem Verlauf vor. In dieser Studie wurde ein eindeutig positiver Effekt unter der Behandlung mit Betaferon® 8 Mio. Einheiten jeden zweiten Tag subkutan nachgewiesen. Aufgrund dieser Studienergebnisse wurde Betaferon® als einziges Betainterferon für die Behandlung bei sekundär progredientem Verlauf zugelassen. Entsprechende Studien mit anderen Betainterferonen liegen bisher nicht vor. Wenn sich keine Anzeichen für ein Therapieversagen zeigen, befürwortet die Konsensus-Gruppe eine Fortführung der Therapie mit Betaferon® beim Übergang der schubförmigen in die sekundär progrediente Verlaufsform.    

Ergebnisse der Studien mit Betainterferon

Diese Tabelle zeigt die Basiswerte der randomisierten und kontrollierten Studien bei der schubförmigen MS:

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