Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 17. Juli 2019 Kontakt  Impressum  Datenschutz  
 

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Diät: Abwechslung, nicht Beschränkung, macht eine gesunde Ernährung aus

Eine fettreduzierte Diät, die den normalen Umfang der Nahrung, die wir essen, einschränkt, kann unter Umständen unsere Gesundheit gefährden. Solche Diätpläne beruhen auf der falschen Annahme, dass die Einnahme ausschließlich einiger weniger bestimmter Nahrungsmittel zu einer besseren Gesundheit führen können. Ganz im Gegenteil, sagt nun der Anthropologe Peter Ungar aus Arkansas, USA, in seinem Buch „Human Diet: Its Origin and Evolution“ („Die Ernährung des Menschen: Ihre Ursprünge und ihre Evolution“): der Mensch hat sich in der Evolution dazu entwickelt, ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, und eine Einschränkung der Nahrungsvielfalt kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

 

 

Human Diet - It's Origin and Evolution

 

 

Nach vier Millionen Jahren Evolution hat die Natur den menschlichen Körper so gestaltet, dass nicht eine Diät, eingeschränkt auf eine Auswahl an Nahrungsmitteln, sondern ein „gesunderes“ Herangehen an die Ernährung gefragt ist.

 

Viele Menschen denken, dass ihre Ernährung so unterschiedlich ist, weil sie eine schier unerschöpfliche Auswahl an Nahrungsmitteln haben,“ sagt Ungar. „Aber wenn man sich die durchschnittlich Diät eines Menschen in der Ersten Welt anschaut, dann besteht sie hauptsächlich aus Fett und Stärke (=Zucker). Ab und zu gibt es auch einmal eine Tomate. (...) Diäten, die das Problem lösen sollen, indem alle Kategorien der Ernährung eingeschränkt werden, sind der falsche Ansatz,“ fügt er hinzu. „Das moderne Risiko ist, zumindest teilweise, dass unsere Ernährung nicht vielfältig genug ist.“

 

Im Vorwort schreiben Ungar und sein Mitherausgeber Mark Teaford, dass „Veränderungen in der Ernährung viel weitreichender sind als die genetische Evolution in der Lage ist, diese Veränderungen abzufangen.“ Das heißt, dass unsere Ernährung die Möglichkeiten des Körpers, die Nahrungsmittel zu verdauen, oft maßlos überfordert. So sind chronische gesundheitliche Probleme oft die Folge: Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen sind häufige Folgen falscher Ernährung. Auch ist inzwischen erwiesen, dass Einschränkungen, wie sie in fettreduzierten Diäten oft der Fall sind, Nierenfehlfunktionen, Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse und Eisenmangel provozieren können.

 

In diesem Buch beschreiben Mediziner, Archäologen und Anthropologen die Entwicklung der menschlichen Ernährung von den Anfängen in der Steinzeit bis zum heutigen Tag. Es wird beispielsweise deutlich, dass in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation – nämlich beim Übergang von Jäger-und-Sammler-Kulturen zu sesshaften Ackerbauerkulturen unmittelbar in einer Verschlechterung der Gesundheit resultierte. An Knochen- und Zahnfunden lässt sich belegen, dass die Rate an Infektionen, an Zahnerkrankungen und an physiologischem Stress (= gesundheitliche Beeinträchtigung) sprunghaft angestiegen ist.

 

Die Qualität der Nahrungsmittel – und die Qualität der Nahrung insgesamt – ist nur allzu oft unangemessen für den menschlichen Körper, der dazu ausgelegt ist, eine möglichst breite Vielfalt an Nahrungsmitteln zu bekommen. Während die moderne Medizin immer neue Verbindungen zwischen Ernährung und Gesundheit findet, wird es immer offensichtlicher, dass das Überleben der Menschheit von der Fähigkeit abhängt, die richtigen Nahrungsmittel (in der richtigen Menge) in größtmöglicher Vielfalt zu konsumieren.

 

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese neuen Erkenntnisse auf heute übliche Diätpläne – speziell auch auf die, die bei MS empfohlen werden – auswirkt. Besonders Diätpläne, die eine ganz strenge Kontrolle des Fettes bzw. kein Fett vorschreiben, müssen möglicherweise neu überdacht werden.

Leider ist das Buch (bisher) nur in englischer Sprache erhältlich.

 

Mehr Information und eine Bestellmöglichkeit zu dem Buch Human Diet: its Origin and Evolution finden Sie hier

 

Quelle: ms-gateway