Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 13. November 2019 Kontakt  Impressum  Datenschutz  
 

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Diagnostische Kriterien für Multiple Sklerose

Im Juli 2001 hat eine internationale Arbeitsgruppe erfahrener Neurologen unter dem Vorsitz von Professor W. Ian McDonald vom Royal College of Physicians, London, neue Kriterien für den allgemeinen Gebrauch verabschiedet und veröffentlicht. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass diese Kriterien vom praktizierenden Neurologen verwendet werden können. Ein wesentliches weiteres Merkmal ist die Integration der MRT–Befunde. Die neuen Kriterien sind nicht unumstritten: so spielt beispielsweise die Vorgeschichte hinsichtlich früherer Krankheitsepisoden eine untergeordnete Rolle, obwohl sie bisweilen aussagekräftiger sind als MRT–Befunde.

 

Zusammenfassung der neuen Diagnosekriterien nach WI McDonald, 2001:


Klinisch (Schübe) Objektive Läsionen Zusätzliche Bedingungen zur Diagnosestellung
2 oder mehr 2 oder mehr Keine (wenn aber MRT, Liquor oder VEP nicht MS–typisch verändert sind, dann sorgfältige Differentialdiagnose)
2 oder mehr 1 räumliche Dissemination im MRT oder positiver Liquor und 2 oder mehr MS–charakteristische Läsionen im MRT oder ein weiterer klinischer Schub in einem anderen ZNS–Bereich
1 2 oder mehr zeitliche Dissemination im MRT oder zweiter klinischer Schub
1 (mono-sympto-matisch) 1 räumliche Dissemination im MRT oder positiver Liquor und 2 oder mehr MS–charakteristische Läsionen im MRT und zeitliche Dissemination im MRT oder zweiter klinischer Schub
0 (schleichende Progression seit Beginn) - positiver Liquor und räumliche Dissemination, belegt durch mehr als 8 T2–gewichtete Läsionen im kranialen MRT oder mehr als 1 Rückenmarksläsion oder 4 - 8 Hirn– und 1 Rückenmarksläsion oder positive VEP mit 4 - 8 Hirnläsionen oder mit < 4 Hirnläsionen plus 1 Rückenmarksläsion im MRT und zeitliche Dissemination im MRT oder kontinuierliche Progression über 1 Jahr