Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 15. Dezember 2017 Kontakt  Impressum  
 

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Neuerscheinung: Miriam Krug - "Die Tür"


In ihrem emotionalen und trotzdem lustigen Buch erzählt die Autorin autobiografisch aus Ihrem Leben mit MS.

Titel: Die Tür

Autor: Miriam Krug

Taschenbuch: 96 Seiten

Das Buch ist im Handel, Internetbüchereien, als Print und als eBook erhältlich.

 

Leseprobe:

 

Als sich die Tür des Neurologen schloss, schloss sich auch die Tür ihres bisherigen Lebens. Sie hat gerade die Diagnose Multiple Sklerose erhalten. Es war das Jahr 1993, Miriam war gerade18 Jahre alt.

Was ist diese Krankheit, bzw. was bedeutet das für sie und ihr weiteres Leben? Doch zu diesem Zeitpunkt und noch lange Zeit danach hatte sie die Tür, die sich für sie und ihr Leben geöffnet hat, noch nicht gesehen, oder nicht sehen wollen.

 

Dann kam der Tag, der ihr Leben veränderte

Zusammen mit ihrem Vater fuhr sie zu dem vereinbarten Termin beim Neurologen. Miriam war innerlich total aufgeregt, denn sie hatte ein seltsames und beängstigtes Gefühl in sich verspürt, denn sie hatte keine Ahnung was sie dort erwartete.

 

Auf den Schichtaufnahmen der Kernspintomographie (MRT) konnte der Arzt direkt sehen was los ist, denn es waren deutliche weiße Flecken in ihrem Schädel zu sehen, was typisch für eine MS ist, die der Neurologe schon geahnt und vermutet hatte.

 

Vor dem Einschlafen hatte sie ständig an die Diagnose denken müssen. Emotional wie auch psychisch hatte sie sich keines Wegs stabilisiert. Deshalb hatte sie sich bestimmt anderthalb, wenn nicht sogar zwei Jahre lang, in den Schlaf geweint, wenn sie keiner gesehen und gehört hatte!

Es war ihr immer schwer mit Bekannten und Freunden zu reden, denn sie bedauerten Miriam.

 

Mit 23 Jahren ging Miriam dann in Rente.

 

Einfach nur Leben und genießen.

Die Tür, die Miriam nach der Diagnosestellung gesehen hatte, kam näher und sie ging fast unmerklich durch sie hindurch. Auf einmal öffnete sich einiges in ihrem Leben.

Sie merkte plötzlich, dass sie viel bewusster lebte. Das sie die Blumen im Garten, auf der Wiese noch nie als so schön empfunden hatte. Auch die Sonne scheint viel schöner, und direkt in ihr Herz hinein.

 

Endlich konnte sie auch über SICH reden.

Nun kam unser Kind auf die Welt.

Ich ging allein und kam zu zweit wieder. Nun sind wir eine richtige Familie.

 

Oft war ich draußen mit Mira, sie hat im Kinderwagen gelegen und geschlafen.

Ich saß am Rand des Gartenteichs meiner Eltern und schwelgte dann oft in Erinnerungen. Die Urlaube mit meinem Mann zum Beispiel oder unsere Verlobung im Dezember 1993 in Bethlehem. Zu diesem Zeitpunkt war auch die MS kein Thema mehr für mich gewesen, denn die Beschwerden waren weg, also war auch die MS weg, dachte ich damals.

 

Doch ich musste auch wieder lernen, an mich zu denken.

In der ganzen Zeit hatte sich viel verändert, wir wohnen jetzt in unserem neu gebauten, und behindertentauglichen Haus.

Da ich immer den Kinderwagen geschoben hatte, und somit eine Gehhilfe hatte, merkte ich plötzlich, das es mir ohne Stütze schwerfiel “normal” zu laufen, darauf hin ließ ich mir einen Rollator verschreiben.

 

Nach längerer Zeit habe ich DIE TÜRE gefunden und bin auch durch sie hindurch gegangen, um mein NEUES, krankes Leben gut und zufrieden weiter zu leben.

Ich habe gelernt an mich und meine Stärken zu glauben. Lange Zeit hab ich mich der MS ergeben. Jedoch bin ich heute so Stark geworden, ihr meine Stirn zu bieten.