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Therapie mit Glatirameracetat/Copaxone
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Eine immunmodulierende Substanz ganz anderer Art ist Glatirameracetat, dessen Entwicklung unmittelbar mit der Erforschung der Grundlagen von Multipler Sklerose in Zusammenhang steht.
Glatirameracetat wird synthetisch aus den natürlichen Aminosäuren Alanin, Glutaminsäure, Lysin, und Tyrosin gewonnen, die sich bei der Herstellung zu Molekülen unterschiedlicher Länge verbinden. Deren Oberfläche ist dem in Gehirn und Rückenmark vorkommenden Eiweiß Myelin-Basisches-Protein (MBP) sehr ähnlich. Ursprünglich war es als eine Substanz synthetisiert worden, mit der Forscher im Tierexperiment eine MS-ähnliche Entzündung des ZNS auslösen wollten. Überraschend wurde jedoch entdeckt, dass sie das genaue Gegenteil bewirkte, nämlich zu einer erheblichen Dämpfung von Immunreaktionen für MS führte.
Auch wenn heute nach über dreißigjähriger Erforschung der Wirkmechanismus von Glatirameracetat noch nicht vollständig aufgeklärt ist, so scheint doch klar zu sein, dass seine Ähnlichkeit mit MBP zu einer Art Ablenkung MS-typischer Immunmoleküle von den Myelinscheiden der Nervenfasern führt. Gleichzeitig werden bestimmte Zellen des Immunsystems dazu gebracht, ihre gegen das Myelin und somit gegen das Nervengewebe gerichteten Abwehrreaktionen herunterzufahren und schützende Immunmechanismen zu aktivieren.
Wie bei den anfänglichen Tierversuchen entdeckt, führte Glatirameracetat bei Studien an MS-Patienten zu einer deutlichen Eindämmung der MS-typischen Krankheitsprozesse. Im Vergleich zur Behandlung mit einem Scheinmedikament (Placebo) verringerte die tägliche Gabe von Glatirameracetat die Anzahl der MS-Schübe um bis zu einem Drittel. Durchschnittlich lag somit ein wesentlich größerer Zeitraum zwischen dem Auftreten zweier Schübe. Auch die Gewebeschäden im ZNS, die sich mittels Magnetresonanztomographie nachweisen lassen, wurden reduziert.
Mittlerweile dürften mehr als 55.000 Patienten weltweit mit Glatirameracetat behandelt worden sein, positive Langzeiterfahrungen mit über achtjährigen Behandlungsverläufen liegen schon vor. 
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