| Bei der Therapie des akuten Schubes ist die Behandlung mit Kortikosteroiden als Standart anzusehen |
Bei der Behandlung des akuten Schubes hat sich die Behandlung mit Kortikosteroiden als Standart etabliert. Auch wenn sie methodisch nur teilweise vergleichbar sind, belegen mehrere Klasse I Studien die therapeutische Wirksamkeit von Steroiden im akuten Schub. Dabei beruht diese Wirkung u.a. auf:
einer Suppression der Entzündungsreaktion,
der Verringerung des entzündlich bedingten Ödems und
der Restauration der Blut-Hirn-Schranke.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Kortikosteroidbehandlung scheint die Blockade der Freisetzung pro-inflammatorischer Zytokine zu sein. Durch die Gabe von mindestens 1g Kortikosteroid intravenös als Einzeldosis können direkte Membraneffekte und wahrscheinlich auch ein beschleunigter Zelltod eingewanderter Lymphozyten erreichen.
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| Allgemeingültige Qualitätsstandard sind nicht ausreichend belegt |
Leider gibt es bisher keinen, als hochwertig anzusehenden allgemeingültigen Qualitätsstandard beim Einsatz von Kortikosteroiden in der Schubbehandlung. Das liegt vorwiegend daran, daß die vorliegenden Studien im Hinblick auf Dosierung, Applikationsform und Dauer der Behandlung kaum direkt vergleichbar sind. Die therapeutischen Empfehlungen sind der Klasse III Evidenz zuzuordnen. |
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| Keine Langzeit-Therapie mit Kortikosterioden |
Die Multiple Sklerose Konsensus Gruppe urteilt weiterhin: Für eine prophylaktische Langzeit-Therapie mit niedrig dosierten oralen Kortikosteroiden besteht bei der MS keine rationale Basis. Sie sollte wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen daher in jedem Fall vermieden werden. |
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| Zusammenfassende Beurteilung |
Zusammenfassend läßt sich belegen, daß bei der Therapie des akuten Schubes die Wirksamkeit der Kortikosteroidbehandlung als intravenöse Stoßtherapie für 3-5 Tage durch mehrere Klasse I Studien gut abgesichert ist. Für die genaue Darreichungsform sind bisher nur Klasse III Evidenzen nachgewiesen. Ebenfalls durch Klasse III Evidenzen läßt sich der Einsatz als intermittierende Therapie bei chronisch progredientem Verlauf der MS belegen. Während einer Kortikosteroidbehandlung im akuten Schub sollte eine laufende immunprophylaktische Behandlung nicht unterbrochen werden.
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