Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 22. Oktober 2014 Kontakt  Impressum  
 

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Die intrathekale TCA-Therapie bei Multipler Sklerose

Diese Informationsschrift ist vorrangig bestimmt für MS-Patienten mit primär oder sekundär chronisch-progredienter Verlaufsform und spinaler Symptomatik, d.h. mit Entzündungsherden im Rückenmark oder im Hirnstammbereich. Sie beruht auf schriftlichen Befragungen von Chefärzten neurologischer Kliniken in Krankenhäusern, Neurozentren und Universitätsinstituten, die für die Behandlung von MS-Patienten bekannt sind. Die Befragung wurde ergänzt durch persönliche Erfahrungen von Teilnehmern einer Patienteninitiative in Norddeutschland.

 

Aus den Antworten und Veröffentlichungen von 108 Kliniken ist ersichtlich, daß es in Ergänzung der bekannten MS-Therapien seit längerem ein Behandlungsverfahren gibt, das in 50-70% aller geeigneten Fälle eine - zeitlich begrenzte und wiederholbare - Verbesserung der Symptome erwarten läßt, speziell bei Beschwerden wie Gehfähigkeit, Spastik und Blasenproblemen. Es wird von 32% der antwortenden Kliniken regelmäßig oder gelegentlich angewandt. Das Verfahren wird häufig in Fällen eingesetzt, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht zur Besserung der Beschwerden geführt haben. Nach Meinung einiger Kliniken sollte die Therapie möglichst bald nach der Diagnose begonnen werden. Bei geeigneten Fällen und in erfahrenen Händen sehen die Fachleute durchaus einen Stellenwert. Das Verfahren wurde im Jahr 2003 von einem Fachgremium in die "Empfehlungen zur symptomatischen Behandlung der Multiplen Sklerose", speziell zur Behandlung der Spastik aufgenommen  und von der Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe (MSTKG) als Supplement in der Fachzeitschrift "Der Nervenarzt" (Bd.75, Heft 8, August 2004) veröffentlicht. Zitat: "Die intrathekale Gabe von Triamcinolon-Acetonid-Kristallsuspension ist zukünftig eventuell ein weiterer Weg zur Therapie einer spinalen Spastik, nachdem jüngst gezeigt werden konnte, dass hiermit eine Verlängerung der Gehstrecke sowie eine Verbesserung im EDSS nachweisbar sind und ernste Nebenwirkungen nicht auftraten. Auch diese Therapie sollte allerdings nur innerhalb von Studien oder in Kliniken mit besonderer Erfahrung erfolgen". Derartige Kliniken sind in der nachfolgenden Adressenliste aufgeführt.

 

Bei Durchführung des Verfahrens wird analog der bekannten Lumbalpunktion unter Anwendung von atraumatischen Punktionsnadeln meist 40 mg, bisweilen auch 80 mg des Depot-Kortikosteroids TCA (Triamcinolonacetonid, Volon©-A,) in den Liquor injiziert. TCA ist ein seit Jahrzehnten bekannter Wirkstoff. Die Behandlung erfordert neben einer eindeutigen Eignung des Patienten eine aseptische Umgebung und Vorgehensweise sowie praktische Erfahrungen und Qualifikation des behandelnden Arztes. Meist wird z.B. anläßlich eines stationären Aufenthaltes über 3-4 Wochen 1-2x wöchentlich eine Basisbehandlung durchgeführt und in den meisten Fällen eine anschließende Liegezeit von 2-8 Stunden verordnet, damit die gleichmäßige Verteilung der injizierten Kristallsuspension sichergestellt ist. Oft kann die danach eintretende Verbesserung durch eine externe, einmalige Gabe im Abstand von 4-8 Wochen (bisweilen auch nur 3-4x im Jahr) aufrechterhalten werden. Nach den Erfahrungen ist TCA gut verträglich, Nebenwirkungen (z.B. Kopfschmerzen) sind selten. Einige Kliniken sprechen von mehreren Tausend routinemäßig durchgeführter Behandlungen und von 200 oder mehr TCA-Injektionen pro Jahr, in allen Fällen ohne ernsthafte Komplikationen. Zusammengefasst wird die intrathekale TCA-Therapie als eine empfohlene und nebenwirkungsarme Behandlung bezeichnet, die in manchen Kliniken seit Jahrzehnten mit guten Erfolgen durchgeführt wird.

 

Quelle: PinC (Patienteninitiative intrathekale Cortisontherapie) - Stand 14.07.2005 / Dipl.Ing. Hans W. Leckscheidt


Einrichtung                  Kommentar der Einrichtung
Klinik und Poliklinik
im Bezirkskrankenhaus
der Universität Regensburg
AG Neuroimmunologie,
93053 Regensburg
Die intrathekale Therapie mit Volon®-A wird in unserem Haus gelegentlich bei Patienten mit ausgeprägter spinaler und damit deutlich fortgeschrittener Symptomatik durchgeführt. Nach unserer Erfahrung kommt es dabei bei Beachtung der üblichen Vorsichtsmaßnahmen selten zu Problemen. Die Therapie ist nach unserem Eindruck bei einem Teil der Patienten wirksam, meist spürbar in Form einer Besserung der Spastik. Die Therapie ist allerdings rein symptomatisch, wirkt in aller Regel nur vorübergehend und verhindert nicht das weitere Fortschreiten, wenn die Erkrankung noch aktiv ist. Wir wählen diese Maßnahme vor allem bei Patienten mit weit fortgeschrittener MS, wenn andere Therapieformen nicht mehr möglich sind.
Universitätsklinikum Charité Berlin,
Neurologische Klinik und Poliklinik,
10098 Berlin
Danach bietet sich eine intrathekale Applikation von Triamcinolonacetonid (Volon®-A) als symptomatische (und nicht als kausale) Therapie von solchen Patienten an, die unabhängig von Krankheitsschüben unter (schmerzhaften) spastischen Lähmungen der unteren Extremitäten leiden, häufig verbunden mit Blasenstörungen. Die Gabe von Volon®-A kann in solchen Fällen, sowohl vor dem Hintergrund einer primären oder sekundär chronisch-progredienten Multiplen Sklerose zu einer objektivierbaren Besserung von spastischen Schmerzsyndromen und Gehstörungen führen.. Bei Erfolg wiederholen wir diese Maßnahme, soweit die praktische Durchführbarbeit gegeben ist, in regelmäßigen Abständen (alle 4-8 Wochen), auch zusätzlich zu einer kausal orientierten, immunmodulatorischen Therapie (z.B.mit Interferon-beta). Dies entspricht der Praxis anderer Kliniken.
Nervenklinik Bamberg
Neurologische Klinik
Wir führen dies (Anm.: die intrathekale Volon©-Therapie bei MS) in unserem Haus regelmäßig durch, allerdings entsprechend den Ergebnissen von Rohrbach et al. vorwiegend bei spinal bedingten Symptomen, ggf. auch zur Schmerzlinderung. Meines Erachtens ist eine Auffrischungsbehandlung nur bei neuerlicher Verschlechterung sinnvoll. Die Anwendung der Therapie dürfte bei den genannten Institutionen in etwa den gleichen Regeln folgen. Einschränkend sollte ich noch sagen, daß bei lange vorbestehenden Ausfällen in der Regel keine oder nur eine geringfügige Besserung zu erreichen ist.
Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH,
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm
88477 Schwendi
In unserem Hause wird die MS-Therapie mit Volon©-A gelegentlich durchgeführt. Bei hierfür geeigneten Patienten geben wir 40 mg TCA. Wir verabreichen unseren Patienten während eines stationären Aufenthaltes 1 - 3 mal 40 mg TCA intrathekal in Abständen von etwa 3 Tagen. Diese Behandlungen werden dann in zeitlichen Abständen von etwa 6 Wochen wiederholt. Die Patienten melden sich meist von sich aus nach etwa 4 Wochen, wenn sie ein Nachlassen der therapeutischen Wirkung bemerken. Nach den Injektionen verordnen wir eine Liegezeit von 2 Stunden. Das Verfahren hat sich ausgesprochen gut bewährt zur Behandlung einer massiven Paraspastik der Beine, also überwiegend in der symptomatischen Therapie der MS. Bei akuten Krankheitsschüben oder florider Krankheitsaktivität chronisch-progredienter Patienten scheint uns die Methode dagegen nicht so wirksam zu sein, wie die i.v. Gabe von hochdosiertem Prednisolon.
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen,
Städtisches Krankenhaus Sindelfingen, Abtg. Neurologie
71065 Sindelfingen
Diese Methode wenden wir routinemäßig seit mehr als 20 Jahren an. [...] haben wir regelmäßig TCA (Volon©-A) bei unterdessen sicherlich über 10.000 Patienten, vorwiegend mit MS, zur Anwendung gebracht. Zuvor haben wir uns davon überzeugt, daß sich die elektronenoptisch darstellbaren Kristalle von TCA im Medium des Liquor cerebrospinalis im Brutkasten gleichförmig auflösen und keine Wurzelreizsyndrome verursachen. Komplikationen konnten nicht beobachtet werden. Nur selten entsteht ein postpunktioneller Kopfschmerz, der allerdings bei gleichzeitiger Gabe von TCA seltener auftritt. Lege artis appliziert, konnte ich bisher keine nachteiligen Nebenwirkungen feststellen. Andererseits hat die Kombination von TCA und Pulsetherapie einen besonders günstigen Verlauf bei der MS, speziell bei der spinalen Verlaufsform. Wir haben jedoch auch Patienten, die ausschließlich TCA im Abstand von 4 bis 6 Monaten erhalten. Von mehrfachen Injektionen in kurzen zeitlichen Abständen halte ich wenig, zumal die Halbwertszeit von TCA ausreichend lange ist und die Substanz im Liquor nachweislich lange verweilt, ohne größere systemische Nebenwirkungen zu haben.
Ruhr-Universität Bochum,
St. Josef Hospital
Studienzentrum für Multiple Sklerose
44791 Bochum
Wir behandeln zur Zeit etwa 110 Patienten mit überwiegend spinalen Verläufen einer MS mit intrathekaler Volon-A-Therapie. Die Behandlungsform wurde vor ca. 18 Jahren bei uns eingeführt. Sind die Kriterien erfüllt, läuft folgendes Behandlungsschema ab: 6 x intrathekale Therapie à 40 mg Volon-A innerhalb 3 Wochen (Boostertherapie); daneben entsprechende Sicherheitsstandards und Zusatzuntersuchungen; bei definiertem Therapieerfolg werden (individuell) im Abstand von 4 - 12 Wochen einmalige Erhaltungsbehandlungen durchgeführt. Die Langzeiterfahrungen liegen bei bis zu 12 Jahren.
Sauerlandklinik Hachen
Neurologische Spezialklinik insbes. für Multiple Sklerose
59846 Sundern
In der Sauerlandklinik Hachen als MS-Spezialklinik wird diese Behandlung seit Jahren mit guten Erfolgen durchgeführt. Ich selbst behandele MS-Patienten mit überwiegend spinaler Symptomatik seit 1972 mit jährlich 100-200 Injektionen, bisher ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

Adressenliste von Kliniken, die die intrathekale TCA-Therapie regelmässig oder gelegentlich anwenden

(Kenntnisstand: 14.07.2005 / geordnet nach PLZ)

 

06120 Halle/Saale

Hr. Dr.F.Hoffmann

Städt. Krankenhaus Martha-Maria, Klinik für Neurologie

Tel.: 0345-55 91 891

 

10117 Berlin

Hr. Dr.R.Zschenderlein 

Charité, Neurologische Klinik und Poliklinik   

Tel.: 030-450-572079        

   

13347 Berlin      

Fr. Prof.Dr.J.Haas    

Jüdisches Krankenhaus Berlin, Abtg. Neurologie  

Tel.: 030-4994-2348

 

15755 Teupitz                                                                  

Hr. Dr.J.Faiss                     

Neurologische Landesklinik                                            

Tel.: 033766-66336

 

17258 Feldberg (Meckl.-Vorpommern)   

Hr: Dr.Chr. Bucka

Klinik am Haussee, Abtg. Neurologie   

Tel.: 039831-52-0

 

21677 Stade      

Hr. Dr.J.Igloffstein            

Elbe-Klinikum, Neurologische Klinik                                         

Tel.: 04141-97-1350/51

                              

22087 Hamburg                                                                      

Hr. Prof.Dr.T.Weber

Marienkrankenhaus Hamburg, Neurologische Klinik               

Tel.: 040-2546-2602  

 

24106 Kiel      

Hr. Dr.W.Wabbel                 

Lubinus-Klinik, Anästhesie     

Tel.: 0431-388281 

 

26702 Emden      

Hr. Prof. Dr. med. Büttner

Klinikum der Stadt Emden     

Tel.: 04921 - 98 13 18

 

27574 Bremerhaven     

Hr. Prof. Dr. Odin

Zentralkrankenhaus Reinkenheide    

Tel.: 0471- 299 3419

 

30559 Hannover (Kirchrode)                                         

Hr. Prof.Dr.F.Heidenreich  

Krankenhaus Henriettenstiftung, Neurol. Klinik,            

Tel.: 0511-289-3

 

30632 Hannover      

Hr. Prof.Dr.J.Bufler   

Medizinische Hochschule (MHH), Abtg. Neurologie  

Tel.: 0511-532-2391

 

35385 Gießen      

Hr. Dr.P.Oschmann

Universität Gießen Neurologische Klinik   

Tel.: 0641-99 45306

 

35789 Weilmünster                                                                 

Hr. Prof.Dr.C.Hornig 

Klinikum Weilmünster, Neurologische Klinik   

Tel.: 06472-60-292

             

40225 Düsseldorf      

Hr. Prof.Dr.H.P.Hartung               

Universitätsklinikum Düsseldorf, Neurol.Klinik  

Tel.: 0211-81-17880

    

44791 Bochum      

Hr. Dr.S.K.Schimrigk              

Ruhr-Universität, Neurologische Klinik   

Tel.: 0234-509-2420

 

53567 Asbach                                                                            

Hr. Prof.Dr.D.Pöhlau

Kamillus-Klinik, Abtg. Neurologie                                           

Tel.: 02683-59-0

  

59457 Werl                                                                                

Hr. S.Kreijenveld

Praxis Drs. (NL) Sybrandus Kreijenveld                                    

Tel.: 02922-97 360   

  

59846 Sundern-Hachen     

Hr. Dr.M.Heibel                   

Sauerlandklinik Hachen, MS-Spezialklinik   

Tel.: 02935-808-0

 

59846 Sundern-Langenscheid

Hr. Dr.Z.Mir

Klinik Dr. Evers

Tel.: 02935-807-0

 

60488 Frankfurt am Main                                                          

Hr. Prof.Dr.R.W.Janzen

Krankenhaus Nord-West                                                           

 Tel.: 069-7601-3246 oder -47

 

61462 Königstein-Falkenstein                                                   

Fr. Dr.G.Japp

Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein                              

Tel.: 06174-90 60 30

             

63739 Aschaffenburg     

Hr. Prof.Dr.R.Schneider

Klinikum, Neurologische Klinik                                                  

Tel.: 06021-32-3050

 

65191 Wiesbaden                                                                      

Hr. Dr.E.Lensch

Deutsche Klinik für Diagnostik, FB Neurologie                          

Tel.: 0611-577 321

 

66280 Sulzbach      

Hr. Dr.M.Gawlitza

Knappschaftskrankenhaus, Abtg. Neurologie                           

Tel.: 06879-574-1131

                                                                         

66421 Homburg/Saar     

Hr. Dr.S.Jung 

Universität des Saarlandes, Neurologische Klinik               

Tel.: 06841-1624-129

 

66821 Neunkirchen/Saar                                                           

Hr. Dr.V.Fischer

Städtisches Krankenhaus, Abtg. Neurologie                             

Tel.: 06821-18 27 01

  

70191 Stuttgart                                                                          

Hr. Prof.Dr.H.Wiethölter

Bürgerhospital, Neurologische Klinik                                        

Tel.0711-253-2401  

             

71065 Sindelfingen     

Hr. Prof. Dr.I.S.Neu                        

Städtisches Krankenhaus, Abtg. Neurologie   

Tel.: 07031-98-2361/62    

 

79106 Freiburg

Hr. PD Dr.S.Rauer

Universität Freiburg, Neurologische Klinik

Tel.: 0761-270-5308

 

85540 München      

Hr. Dr.W.Büchele   

Bezirkskrankenhaus München-Haar, Abtg. Neurologie 

Tel.: 089-45 62 37 43

 

88477 Schwendi                   

Hr. Prof.Dr.E.Mauch                 

Fachklinik für Neurologie Dietenbronn   

Tel.: 07353-989-0

       

89081 Ulm      

Hr. Dr.H.Tumani                  

Universität Ulm, Klinik für Neurologie   

Tel.: 0731-177-120    

 

93053 Regensburg     

Hr. Dr.A.Steinbrecher          

Bezirkskrankenhaus Regensburg, Abtg. Neurologie  

Tel.: 0941-941-3350

 

95326 Kulmbach     

Hr. Dr. Kirchhoff

Klinikum - Abt. Anästhesiologie u. Intensivmedizin  

Tel.: 09221-980

            

96049 Bamberg      

Hr. Prof.Dr.P.Krauseneck

Nervenklinik, Neurologische Klinik                

Tel.: 0951 - 954-1201 

  

CH-4031 Basel      

Hr: Prof.Dr.L.Kappos                

Neurol.-Neurochirurg.Poliklinik, Kantonsspital Basel  

Tel.: 0041- 61 265 44 64