Multiple Sklerose
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- 30.09.2014


Nutzen von Glatirameracetat in der MS-Basistherapie belegt

 


Das Verständnis der Pathomechanismen der Multiplen Sklerose hat sich in den vergangenen Jahren rasant erweitert. Durch neue Erkenntnisse rücken auch Eigenschaften bewährter Wirkstoffe wie Glatirameracetat (Copaxone®) wieder stärker in den Fokus: "Aktuelle Ergebnisse zeigen, dass Glatirameracetat nach wie vor den Erfordernissen einer modernen Therapie entspricht", stellte Prof. Dr. Ralf Linker, Erlangen, beim Satellitensymposium von Teva Specialty Medicines auf der Neurowoche in München fest.

Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Volker Limmroth, Köln, sowie Prof Dr. Tjalf Ziemssen, Dresden, sprachen Experten über aktuelle Erkenntnisse zum Krankheitsverständnis der Multiplen Sklerose (MS). "Gerade nichtkonventionelle Methoden der Bildgebung weisen darauf hin, dass der Krankheitsverlauf in enger Beziehung zu diffusem entzündlichen Geschehen und daraus resultierenden Gewebeverlusten auch der grauen Substanz steht", erläuterte Prof. Dr. Friedemann Paul, Berlin. Ziel sei es, möglicherweise anhand von Markern in Zukunft eine individuelle Abschätzung der Prognose je Patient vornehmen zu können.

Moderne Bildgebungsverfahren wie beispielsweise die vollautomatische Quantifizierung T1-hypointenser Läsionen durch hochauflösen-des dreidimensionales T1- gewichtetes Gradienten-Echo-MRT (MP RAGE), zeigen bereits heute, dass schubförmige MS schon in der Frühphase mit Gewebeverlust assoziiert ist und deshalb so früh wie möglich behandelt werden sollte.

Frühzeitiger Einsatz der Basistherapie:
Die Vorteile eines frühen Therapiebeginns mit Glatirameracetat belegen die Fünf-Jahres-Daten der PreCISe-Studie. Zum einen zeigen die Ergebnisse, dass die Zeit bis zum zweiten Schub (klinisch gesicherte MS; CDMS) um fast 1.000 Tage länger war als bei einem verzögerten Therapiestart. Zum anderen konnte durch den frühen Einsatz die Reduzierung des Hirnvolumens um 28% verringert werden (sekundärer Endpunkt). Die Studie wurde wegen der starken Überlegenheit zugunsten von Glatirameracetat vorzeitig entblindet und wies dabei auch Effekte des Wirkstoffs auf neurodegenerative Prozesse nach.

Therapieziele befinden sich im Wandel:
"Das Therapieziel in der MS ist heute neben der Schubprophylaxe im Wesentlichen in der Verzögerung der Progression zu suchen", sagt Ziemssen. Für Glatirameracetat können neben der Reduzierung der Schubrate positive Effekte auch auf neurodegenerative Prozesse nachgewiesen werden. Dazu gehört beispielsweise die Reduktion der Hirnatrophie. "Langzeitdaten sind notwendig, um unsere therapeutischen Optionen zu bewerten", so Ziemssen.

20-Jahresdaten zum Immunmodulator Glatirameracetat:
Für Glatirameracetat liegen inzwischen Daten aus über zwei Millionen Patientenjahren vor. Von den kontinuierlich behandelten Patienten verblieben 23,3% schubfrei und über 60% der Patienten hatten nach 20 Jahren immer noch einen EDSS unter 4. In der Extensionsstudie der Zulassungsstudie nahmen von 74 Patienten 64 an einer MRT-Studie teil. Hier konnte gezeigt werden, dass der EDSS unter anderem mit dem gesamten Hirnvolumen korrelierte (p = 0,001), mit dem Volumen der grauen Substanz und mit dem Gesamtvolumen der T1- und T2-Läsionen (p = 0,001 bzw. p = 0,005), nicht aber mit dem Volumen der weißen Substanz. Am stärksten ausgeprägt war die Korrelation des EDSS mit der N-Acetylaspartat/N-Acetylaspartylglutamat (NAA/ NAAG)-Ratio (p < 0,001), diese gilt als Maß der funktionellen Integrität der neuronalen Verbände. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten auch 20 Jahre nach Behandlungsbeginn von der Therapie mit Glatirameracetat profitieren können.

Das Studienprogramm zu Glatirameracetat soll fortgeführt werden, um die langjährige Erfahrung mit Glatirameracetat und den nachgewiesenen Nutzen für Menschen mit MS zu untermauern. Nach wie vor treten unter der Behandlung mit Glatirameracetat kaum Grippe-ähnliche Nebenwirkungen auf, auch die oft auftretende Fatigue bei Menschen mit MS kann mit dem Immunmodulator reduziert werden.

Quelle: journalMED


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