Multiple Sklerose
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- 18.11.2014


Erste MS-Patienten des Dresdner Uniklinikums erhalten 100. Antikörper-Infusion

 


Gleich zwei von Multipler Sklerose (MS) betroffene Patienten erhalten im November ihre 100. Infusion mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab im MS-Zentrum der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Dank des 2006 in Deutschland zugelassenen, innovativen Medikaments haben die Patienten weniger und milder verlaufende Krankheitsschübe. Da mit dieser Antikörpertherapie jedoch ein erhöhtes Risiko für eine schwerwiegende Virusinfektion des Gehirns verbunden ist, bedarf es einer engen Überwachung der Patienten.

Dazu hat ein Forscherteam des von Prof. Tjalf Ziemssen geleiteten MS-Zentrums ein Monitoring-Programm entwickelt, das mittlerweile bundesweit bei allen Natalizumab-Therapien eingesetzt wird. Allein in Dresden werden 150 MS-Patienten mit dem monoklonalen Antikörper behandelt. Insgesamt betreut das Dresdner Zentrum 1.400 von Multipler Sklerose Betroffene und ist damit eine der größten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland.

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine vom Körper selbst ausgelöste, in Schüben auftretende Entzündung von Teilen des Nervensystems. Um diese Immunreaktionen zu bremsen, stehen den Neurologen eine Vielzahl an Medikamenten zur Verfügung, um den Verlauf der Erkrankung abzumildern. Heilen dagegen lässt sie sich nicht. Auch sprechen die Patienten sehr unterschiedlich auf die Wirkstoffe an. Um selbst bei schwer behandelbaren Fällen das Risiko schubartig auftretender Entzündungen im Gehirn zu senken, greifen die behandelnden Ärzte unter anderem auf sogenannte monoklonale Antikörper zurück. Sie gehen eine Verbindung mit den Molekülen ein, die den Übertritt der Immunzellen ermöglichen die dann im Gehirn für die MS-typischen Entzündungen verantwortlich sind. Aufgrund der Blockierung können die schädlichen Immunzellen die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr im bisherigen Umfang passieren, so dass deutlich weniger MS bedingte Schädigungen auftreten.

Diese therapeutische Wirkung des Antikörpers geht jedoch mit dem erhöhten Risiko einher, dass ein humanes Polyomavirus, das 60 Prozent der Menschen natürlicherweise in sich tragen, ins zentrale Nervensystem eindringt und unumkehrbare Schäden im Gehirn verursacht. Diese Gefahr lässt sich jedoch minimieren, wenn die mit Natalizumab behandelten Patienten, so wie in Dresden praktiziert, durch ein interdisziplinäres standardisiertes Monitoring begleitet werden.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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