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- 26.11.2014


Capsaicin-Pflaster bei peripheren neuropathischen Schmerzen effektiv

 


Qutenza™, ein hochdosiertes Capsaicin-Pflaster, lindert periphere neuropathische Schmerzen ebenso effektiv, aber verträglicher als der Standard of care, Pregabalin. Zu diesem Ergebnis kommt die auf dem Deutschen Schmerzkongress vorgestellte ELEVATE-Studie.
Ziel dieser europäischen Multicenterstudie war es, den Nutzen einer Behandlung mit Qutenza™ bei neuropathischen Schmerzen unterschiedlicher Ätiologie zu eruieren. An der offenen, prospektiven Untersuchung nahmen 586 Patienten mit mittelstarken bis starken Schmerzen aufgrund postzosterischer Neuralgien, peripherer Nervenverletzungen oder einer nicht-diabetischen Polyneuropathien teil. Sie wurden randomisiert entweder einmalig mit dem 8%igen Capsaicin-Pflaster behandelt oder nahmen täglich 150-600 mg Pregabalin ein.

Bezüglich des primären Endpunkts der Non-Inferiority-Studie, einer Schmerzlinderung um mindestens 30% nach acht Wochen, zeigte sich die topische Anwendung von Qutenza™ gegenüber oralem Pregabalin ebenbürtig. Aber unter dem Capsaicin-Pflaster trat die Wirkung deutlich schneller ein (nach 7,5 vs. 36 Tagen), berichtete Studienleiter Prof. Dr. Ingo-W. Husstedt vom Universitätsklinikum Münster.

Außerdem punktet der hochselektive TRPV1-Rezeptor-Agonist mit einer besseren Verträglichkeit. Statt der für Pregabalin typischen ZNS-Nebenwirkungen beobachtet man unter der Pflastertherapie v.a. harmlose Lokalreaktionen (Erythem, Brennen).

Wie die QUEPP*-Studie am Beispiel von 50 Patienten zeigt, sind auch schmerzhafte Radikulopathien ein wichtiges Einsatzgebiet für Qutenza™. Die ebenfalls zu den peripheripheren Neuropathien zählende Erkrankung wird meist durch eine Reizung der Nervenwurzel (z.B. bei Diskusprolaps) ausgelöst.

Durch die einmalige Anwendung des hochdosierten Capsaicin-Pflasters sank die Schmerzintensität von 7,0 auf 4,8 Punkte in der 11-stufigen Numeric Pain Rating Scale (NPRS). Je kürzer die Schmerzdauer, desto intensiver und anhaltender der Erfolg: Bei maximal zweijähriger Leidenszeit erreichten 71% der Patienten eine Schmerzreduktion um mindestens 30%.

Quelle: journalMED


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