Multiple Sklerose
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- 01.07.2015


Langfristige klinische Wirksamkeit von Dimethylfumarat bei Multipler Sklerose

 


Das verbesserte Krankheitsverständnis sowie der Einsatz innovativer Wirkstoffe führen zu einer immer effektiveren Therapie der Multiplen Sklerose (MS). Die Freiheit von Krankheitsaktivität ist ein realistisch erreichbares Ziel geworden. Als Voraussetzung hierfür gilt ein frühzeitiger Therapiebeginn, da sich der Verlauf der Erkrankung am wirksamsten bis zu einem Behinderungsgrad (EDSS) von < 3 beeinflussen lässt. Zudem können inzwischen durch das breitere Angebot an Therapieoptionen individuelle Ansprüche der Patienten besser erfüllt und damit die Versorgungsqualität durch patientenindividuell passende Therapien erhöht werden.

Hierzu tragen insbesondere auch orale Wirkstoffe wie Dimethylfumarat (Tecfidera®) bei. Auf dem ersten Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Berlin diskutierte Studienergebnisse verdeutlichen die langfristig erfolgreiche Kontrolle der Krankheitsaktivität durch Dimethylfumarat über nunmehr fünf Jahre. Bei einem rechtzeitigen Therapiebeginn können Menschen mit MS von einer guten Wirksamkeit von Anfang an profitieren. Eine individuell abgestimmte Behandlung trägt zu einer besseren Therapietreue und letztlich auch zu einer langfristig guten Lebensqualität der Patienten bei.

Die Freiheit von messbarer Krankheitsaktivität ist definiert durch Schubfreiheit, Abwesenheit klinischer Progression der Behinderung sowie nicht nachweisbare Krankheitsaktivität in der Magnetresonanztomografie (MRT). Dass Patienten langfristig von der Behandlung mit Dimethylfumarat profitieren, zeigen die Fünfjahresdaten der Extensionsstudie ENDORSE. Ausgewertet wurden die Daten von 868 Teilnehmern der beiden Zulassungsstudien DEFINE und CONFIRM. 59,9% der Patienten, die von Anfang an mit Dimethylfumarat behandelt worden waren, blieben über 240 Wochen, also nahezu fünf Jahre, schubfrei. Bei 81,4% war keine Behinderungsprogression nachweisbar. Die Wirksamkeit blieb bei kontinuierlicher Behandlung über fünf Jahre erhalten, was sich auch in der Bildgebung zeigte: In der MRT-Kontrolle blieben 88 Prozent der von Beginn an behandelten Patienten frei von neuen Gd+-Läsionen. Bei 63% entwickelten sich keine neuen oder sich vergrößernden Läsionen.

Dimethylfumarat: Früher Einsatz und früher Wechsel des Wirkprinzips:
Mit Dimethylfumarat steht nicht nur eine orale Option für erwachsene Patienten mit schubförmig remittierender MS zur Verfügung: Auch Patienten mit aktiver Erkrankung trotz Therapie können von einem Therapiewechsel auf Dimethylfumarat profitieren

Dies geht aus einer Post-hoc-Analyse der Daten aus DEFINE und CONFIRM hervor: Patienten, die ein Jahr vor Studieneinschluss =2 Schübe jährlich hatten, zeigten nach Umstellung auf Dimethylfumarat im Vergleich zu Placebo nach zwei Jahren eine signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate um etwa 6% (RR: 0,439; 95 Prozent KI [2,250; 0,769], p = 0,0037). Die Zeit bis zu einer über 12 Wochen anhaltenden Behinderungsprogression verringerte sich um etwa 78%[HR: 0,217; 95 Prozent KI [0,072; 0,655], p = 0,0067].

Die aktuellen Studienergebnisse stützen den Einsatz von Dimethylfumarat nicht nur in der Frühphase der Erkrankung, sondern auch bei unzureichender Basistherapie. So waren die Schubraten bei therapienaiven Patienten nach Umstellung auf Dimethylfumarat gering. Dies galt ebenso für Patienten, die zuvor eine oder mehrere Vortherapien mit Interferon-beta-1a/b- oder Glatirameracetat erhalten hatten. Die Bildgebung zeigt, dass Patienten selbst nach längerer Zeit der Vorbehandlung von einem Wechsel des Wirkprinzips durch Umstellung auf Dimethylfumarat profitieren können. Nach vier und fünf Jahren zeigten sie in den MRT-Befunden ein Niveau wie vergleichbare Patienten aus den beiden Zulassungsstudien. Auch die Sicherheit der Behandlung über fünf Jahre entsprach in der ENDORSE-Studie dem in den Zulassungsstudien beobachteten Profil. Dies spricht für den Einsatz von Dimethylfumarat als frühzeitiges Behandlungskonzept.

Einen hohen Stellenwert für das Patientenmanagement hat die regelmäßige MRT-Verlaufskontrolle, um die Krankheitsaktivität und den Therapieverlauf der Patienten besser beurteilen zu können: Lassen sich in der Bildgebung binnen sechs bis neun Monaten unter einer Therapie aktive Läsionen nachweisen, sind laut einer Metaanalyse Schubereignisse innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre zu erwarten. In diesen Fällen kann bereits auf Grundlage der Bildgebung eine Anpassung der Therapie erwägt werden. Für einen Therapiewechsel stehen patientenindividuelle und effektive Behandlungsoptionen wie Dimethylfumarat zur Verfügung, die sowohl klinisch als auch subklinisch langfristig effektiv wirken können.

Quelle: JournalMED


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