Multiple Sklerose
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- 15.09.2015


Wenn die Nerven blank liegen

 


Multiple Sklerose: MHH-Wissenschaftler finden Substanz zur Regeneration von Nervenhüllen / Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Brain“
Bei Multipler Sklerose werden die Hüllen von Nerven (das Myelin) in Gehirn und Rückenmark geschädigt, so dass Reize schlechter fließen und Nerven absterben können. So kann beispielsweise das Sehen und Gehen beeinflusst werden. Die Krankheit verläuft meist in Schüben, und nach einem Schub kann sich das Myelin ganz oder teilweise zurückbilden. Bisher gibt es noch keine Medikamente, die diese Regeneration fördern. Doch nun haben Forscher der Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit CDP-Cholin eine Substanz entdeckt, die in zwei Mausmodellen diese Regeneration fördert. Professor Dr. Martin Stangel und Privatdozent Dr. Thomas Skripuletz sowie Kollegen unter anderem des Teams von Professor Dr. Ralf Linker vom Universitätsklinikum Erlangen veröffentlichten diese Arbeit in der Zeitschrift „Brain“.

„CDP-Cholin beschleunigt bei Mäusen die natürlicherweise ablaufende Regeneration nach einem Schub von ein paar Wochen auf ein paar Tage. Die Geschwindigkeit ist entscheidend, weil Nervenzellen irgendwann zugrunde gehen, wenn sie ohne Myelinhülle quasi ‚nackt‘ sind“, sagt Professor Stangel. CDPCholin stimuliert ein Enzym, wodurch mehr Myelin-Vorläuferzellen entstehen und sich die Myelinhülle schneller regenerieren kann. „So könnten weniger Nervenzellen sterben, was langfristig zu weniger Behinderungen bei den Patienten führen würde“, ergänzt PD Dr. Thomas Skripuletz.

Bei Erkrankten könnte eine Therapie mit CDP-Cholin bei einem Schub für ein bis zwei Monate gegeben werden – zusätzlich zur bisher üblichen Therapie mit Cortison. Zudem könnte sie mit präventiven Maßnahmen kombiniert werden. „Letztlich müssen klinische Studien aber zeigen, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind“, sagt Professor Stangel. Da CDP-Cholin bereits im Rahmen von anderen Erkrankungen untersucht worden und als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar ist, sind baldige klinische Studien möglich.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover


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