Multiple Sklerose
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- 20.04.2016


Zwei neue Therapieansätze für die Behandlung der Spastik

 


Nach einer Verletzung des Rückenmarks (Verkehrsunfall, Schlaganfall) oder aufgrund bestimmter neurodegenerativer Erkrankungen kann es bei Patienten zu einem erhöhten Muskeltonus kommen, der sogenannten Spastik, die oft zu einer Körperbehinderung (Einschränkungen im Bewegungsapparat) führt. 12 Millionen Menschen weltweit leiden an Spastik. Ein Team des Instituts für Neurowissenschaften von Timone (CNRS / Aix-Marseille-Universität) hat eines der für dieses Phänomen verantwortlichen molekularen Mechanismen identifiziert und zwei therapeutische Lösungen erfolgreich in Tiermodellen getestet.

Nach einer Verletzung des Rückenmarks (Verkehrsunfall, Schlaganfall) oder aufgrund bestimmter neurodegenerativer Erkrankungen kann es bei Patienten zu einem erhöhten Muskeltonus kommen, der sogenannten Spastik, die oft zu einer Körperbehinderung (Einschränkungen im Bewegungsapparat) führt. 12 Millionen Menschen weltweit leiden an Spastik. Ein Team des Instituts für Neurowissenschaften von Timone (CNRS / Aix-Marseille-Universität) hat eines der für dieses Phänomen verantwortlichen molekularen Mechanismen identifiziert und zwei therapeutische Lösungen erfolgreich in Tiermodellen getestet.

Spastik ist durch eine Überreizung motorischer Neuronen (Neuronen im Rückenmark) gezeichnet, die unsere Muskelkontraktionen steuern. Die Erregung von Neuronen wird teilweise durch Natriumkanäle ausgelöst, die sich auf der Membran der Neuronen befinden. Wenn diese sich öffnen, aktiviert ein Natriumfluss die motorischen Neuronen, die selbst eine kurze Muskelkontraktion verursachen. Bei spastischen Anfällen bleiben die Natriumkanäle geöffnet, das Natrium fließt länger (“persistenter” Natriumfluss), was zu einer Überreizung der Neuronen führt.

Die Forscher haben gezeigt, dass diese Überreizung nach der Deregulierung von Natriumkanälen im Neuron und insbesondere aufgrund der erhöhten Aktivität eines Enzyms, das sogenannte Calpaine, erfolgt. Das Forscherteam hat zwei Moleküle an Ratten mit Rückenmarksverletzungen getestet. Eines der Moleküle ist ein Calpaine-Hemmer. Der Einsatz dieses Moleküls über einen kurzen Zeitraum (10 Tage) reduzierte nachhaltig die Spastik: die positiven Auswirkungen waren noch einen Monat nach dem Ende der Behandlung zu beobachten.

Das andere getestete Molekül, Riluzol, wirkt als Hemmer des persistenten Natriumstroms. Es reduzierte ebenfalls die Spastik, wobei die Wirkung zeitlich begrenzt war: die Symptome traten zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung wieder auf. Seine Wirksamkeit wird 2016 in klinischen Studien der Phase II bei Patienten mit Rückenmarksverletzungen getestet. Gleichzeitig werden die Forscher die Mechanismen der Spastik weiter untersuchen und andere Calpaine-Hemmer testen.

Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der BRD


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