Multiple Sklerose
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- 26.07.2016


Zulassung für Daclizumab bei schubförmiger Multipler Sklerose

 


Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Daclizumab (Zinbryta®) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) erteilt. Mit Daclizumab steht nun eine innovative Option mit einem in der MS-Therapie neuen Wirkprinzip zur Verfügung (1). Als Immunmodulator reguliert der Wirkstoff das Entzündungsgeschehen bei MS, ohne eine breite Depletion des Immunsystems zu verursachen. Zinbryta® wird einmal monatlich als subkutane Selbstinjektion mit einer Fertigspritze appliziert und wurde gemeinsam von Biogen und AbbVie entwickelt.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Daclizumab wurde in klinischen Studien mit mehr als 2.400 Patienten untersucht (1, 2). Bei der Zulassungsstudie DECIDE handelte es sich um eine multizentrische, doppelblinde, 1:1 randomisierte, verumkontrollierte Parallelgruppenstudie der Phase III zur Prüfung der Überlegenheit der Monotherapie mit subkutanem (s. c.) Daclizumab gegenüber intramuskulärem (i. m.) Interferon beta-1a (Avonex®) in der Schubprophylaxe (3). Die Patienten erhielten im Rahmen der 96- bis 144-wöchigen Anwendung entweder Daclizumab einmal alle 4 Wochen (n = 922) oder Interferon beta-1a 30 μg einmal wöchentlich (n = 919). DECIDE ergab eine überlegene Wirksamkeit der Monotherapie mit Daclizumab im Vergleich zu Interferon beta-1a hinsichtlich des primären Endpunkts – der jährlichen Schubrate (ARR) (3): Daclizumab zeigte eine signifikante Reduktion der ARR bis zu 144 Wochen um 45% vs. Interferon beta-1a (p < 0,0001).

Konsistente Therapieeffekte im Vergleich zu Placebo:
Die Zulassungsstudie SELECT ist eine randomisierte, multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte Studie der Phase IIb zur Wirksamkeit und Sicherheit von Daclizumab, in der 621 Patienten mit RRMS im Verhältnis 1:1:1 zu Daclizumab 150 mg (n = 208) oder Daclizumab 300 mg (n = 209) oder Placebo (n = 204) jeweils als subkutane (s. c.) Injektion alle 4 Wochen über einen Zeitraum von 52 Wochen randomisiert wurden (4). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war ebenfalls die jährliche Schubrate (ARR). Daclizumab in der zugelassenen Dosierung von 150 mg konnte die ARR im Vergleich zu Placebo über 1 Jahr signifikant um 54 % senken (p < 0,0001) (4).

Daclizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper (IgG1), der selektiv an die alpha-Untereinheit (CD25) des hochaffinen Interleukin-2-Rezeptors (IL-2R) bindet. CD25 ist auf aktivierten T-Zellen hoch exprimiert. Der Wirkmechanismus von Daclizumab besteht vermutlich in der Blockade der Aktivierung autoreaktiver T-Zellen, einem Hauptverursacher der Entzündungen im zentralen Nervensystem von Menschen mit MS. Daclizumab führt zu einer Erhöhung der CD56bright-NK-Zellen, die selektiv die Zahl aktivierter T-Zellen verringern können. Die Zahl aktivierter T-Zellen wird reduziert, ohne eine generelle Immunzelldepletion zu verursachen. Unter Daclizumab zeigte sich keine breite Immunzelldepletion. Der Wiederanstieg der Immunzellzahl nach Absetzen von Daclizumab ist voraussagbar und innerhalb von sechs Monaten vollständig reversibel. Zu den häufigsten Nebenwirkungen, die unter Daclizumab auftreten können, gehörten Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Harnwegs-infektionen und Hautreaktionen.

Quelle: JournalMED


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