Zweiter Todesfall durch Tysabri
 Die beiden Biotechnologieunternehmen Biogen Idec und Elan Pharmaceuticals haben im Zusammenhang mit dem vom Markt genommenen Multiple Sklerose-Präparat Tysabri einen zweiten Todesfall eingeräumt. Der Patient sei bereits 2003 gestorben. Ursprünglich galt ein Gehirntumor als Todesursache. Derzeit werde geprüft, ob Tysabri eine seltene Gehirnstörung verursache.
Insgesamt zogen sich drei Patienten nach der Einnahme des Multiple-Sklerose-Medikaments Tysabri eine Infektion zu. Tysabri galt als wichtiger Hoffnungsträger für die Unternehmen. Die Entscheidung das Medikament zurückzuziehen, hat somit auch einen großen Einfluss auf den lukrativen Markt für Medikamente gegen die Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS).
Die Aktienkurse von Biogen und Elan gerieten nach der neuen Meldung im nachbörslichen Handel noch einmal stark unter Druck. Insgesamt vernichtete der Kurssturz durch den Tysabri-Flop bei Biogen und Elan bereits 17 Mrd. US-Dollar an Börsenwert.Umgekehrt profitiert der deutsche Konkurrent Schering von dem Schock. Schering stellt mit "Betaseron" ebenfalls ein MS-Medikament her.
Biogen und Elan hatten den Markt und die Biotechnologie-Branche am 28. Februar mit der Nachricht geschockt, ihr erst jüngst zugelassenes Mittel Tysabri vom Markt zu nehmen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hatte Tysabri im November 2004 für die Behandlung von Multiple Sklerose zugelassen. Biogen Idec und Elan schließen eine erneute Markteinführung nicht aus, wollen aber erst Untersuchungen abwarten.
Quelle: Hans W. Leckscheidt / n-tv
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