Multiple Sklerose
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- 05.07.2017


Ocrelizumab überlegen hinsichtlich Reduktion der Behinderungsprogression bei RMS und PPMS

 


Aktuelle Daten aus Post-hoc-Analysen des ORCHESTRA-Studienprogrammes zum neuen Endpunkt NEPAD (No Evidence of Progression or Active Disease; erweiterte Form des NEP-Endpunktes) zeigen: Unter Ocrelizumab verringerten sich klinische Krankheitszeichen wie Schubaktivität und Behinderungsprogression sowie in der MRT nachweisbare Läsionen signifikant. Dies gilt sowohl für Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) im Vergleich zu Interferon beta-1a als auch für Patienten mit primär progredienter MS (PPMS) im Vergleich zu Placebo. Die Ergebnisse dieser Analysen wurden auf der 3. Jahrestagung der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam vorgestellt.

NEPAD-Anteil bei RMS fast verdoppelt, bei PPMS sogar verdreifacht:
In der gepoolten exploratorischen Analyse der OPERA-Studien I und II erhöhte sich der Anteil der RMS-Patienten mit ausbleibender Behinderungsprogression (No Evidence of Progression, NEP) und Krankheitsaktivität (Active Disease, AD) nach 96 Wochen unter Ocrelizumab (n = 740) im Vergleich zu IFN beta-1a (n = 753) um 82% (39,3% vs 21,5%; risk ratio [95%-KI]: 1,82 [1,55; 2,14]; p = 0,0001). Noch deutlicher fiel das Ergebnis einer entsprechenden Analyse der Phase-III-Studie ORATORIO aus: Nach 120 Wochen Behandlung mit dem Anti-CD20-Antikörper (n = 465) erreichten dreimal so viele PPMS-Patienten den neuen Endpunkt NEPAD im Vergleich zur Placebo-Gruppe (n = 234) (29,9% vs 9,4%; risk ratio [95%-KI]: 3,15 [2,07; 4,79]; p < 0,0001).

NEPAD – ein neuer Endpunkt:
Der kombinierte Endpunkt NEPAD stellt eine Ergänzung der bisherigen NEDA**-3-Kriterien (No Evidence of Disease Activity; Freiheit von klinisch relevanter und messbarer Krankheitsaktivität) dar. Er umfasst das Fehlen von Schüben (gemäß Protokoll-Definition) und bestätigter Behinderungsprogression gemäß Expanded Disability Status Scale (EDSS), keine Progression um = 20% auf Basis der „Timed 25-Foot Walk“ (T25FW) und „9-Hole Peg“(9-HPT)-Tests sowie das Fehlen von Krankheitsaktivität in der MRT (definiert als keine neuen oder sich vergrößernden T2 Läsionen und Gadolinium-anreichernden (Gd+)-T1-Läsionen).

Bei RMS und PPMS geringeres Risiko einer Behinderungsprogression:
Wie aus einer weiteren Post-hoc-Analyse der beiden OPERA-Studien I und II deutlich wurde, verringerte sich das Risiko einer bestätigten Behinderungsprogression (CDP) bei RMS-Patienten unter Ocrelizumab signifikant gegenüber IFN beta-1a. Nach 96 Wochen zeigten deutlich weniger Patienten eine CDP über 12 Wochen (3,5% vs. 7,2%; hazard ratio [HR]: 0,40; p < 0,001) oder 24 Wochen (2,6% vs. 5,3%; HR: 0,39; p = 0,004) auf einen EDSS-Punktwert von = 4,0 bei einem vorausgegangenen Baseline-EDSS von = 3,0 (Ocrelizumab: n = 538, IFN beta-1a: n = 544). In der Intention-to-Treat-Population (Ocrelizumab: n = 827; IFN beta-1a: n = 829) reduzierte sich auch das Risiko der Teilnehmer, sich im Rahmen einer bestätigten Behinderungsprogression über 12 bzw. 24 Wochen auf einen EDSS-Punktwert = 6,0 zu verschlechtern, signifikant (2,1% vs. 4,6%; HR: 0,40; p = 0,002 bzw. 1,7% vs. 3,9%; HR: 0,41; p = 0,005).

Weiterhin verringerte Ocrelizumab bei Patienten mit PPMS die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestätigte Behinderungsprogression über 12 bzw. 24 Wochen auftrat. Dies war für 3 unterschiedliche CDP-Definitionen – Zunahme des EDSS-Punktwertes im Verhältnis zum Baseline-Punktwert – gezeigt worden. So war beispielsweise das Risiko einer bestätigten Behinderungsprogression über 12 Wochen, definiert als Zunahme des EDSS-Punktwertes = 2,0 oder = 1,0 bei einem vorausgegangenen Baseline-EDSS = 5,5 oder > 5,5 im Vergleich zu Placebo, unter Ocrelizumab signifikant verringert (HR [95%-KI]: 0,52 [0,34; 0,81]; p = 0,0031) (4). Eine ähnliche Risikoreduktion zeigte sich auch bei der bestätigten Behinderungsprogression über 24 Wochen (HR [95%-KI]: 0,53 [0,34; 0,84], p = 0,0063).

In den USA ist Ocrelizumab bereits zur Anwendung zugelassen. In der EU wurde der Zulassungsantrag von der europäischen Arzneimittelagentur EMA angenommen und befindet sich derzeit im Prüfungsprozess.

Quelle: JournalMED


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