Multiple Sklerose
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- 05.07.2017


Daten liefern zusätzliche Einblicke in Wirkmechanismus von Cladribin-Tabletten bei Patienten mit schubförmiger MS

 


Daten legen nahe, dass Cladribin-Tabletten B- und T-Lymphozytenzahlen selektiv und nur vorübergehend senkt mit Normalisierung der Werte vor Ablauf des 2. Behandlungsjahres
Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute die Vorstellung von Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten für das Prüfpräparat Cladribin-Tabletten zur Behandlung von schubförmiger MS auf dem 3. Kongress der europäischen Akademie für Neurologie (EAN) in Amsterdam angekündigt. Daten aus den placebokontrollierten klinischen Studien CLARITY, CLARITY Extension und ORACLE-MS stützen das Nutzen-Risiko-Profil von Cladribin-Tabletten und waren der Anlass für Beantragung der Marktzulassung in der EU. Sie waren zudem entscheidend für die kürzlich erfolgte positive Stellungnahme des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP).

In den Studien kamen Cladribin-Tabletten in zwei Behandlungsphasen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren zur Anwendung. Dies entsprach einer maximalen Behandlungszeit von insgesamt 20 Tagen in den Jahren 1 und 2 unter oraler Verabreichung bei einer Dosis von 3,5 mg/kg Körpergewicht. In den Jahren 3 und 4 folgte darauf keine weitere Verabreichung.

„Die beim EAN-Kongress 2017 vorgestellten Daten ermöglichen MS-Experten ein besseres Verständnis des Wirkmechanismus von Cladribin-Tabletten“, sagte Professor Per Soelberg Sørensen, vortragender Autor und Leiter der MS-Forschung am dänischen Multiple-Sklerose-Zentrum. „Diese Daten stützen theoretische Ansätze, die davon ausgehen, dass bestimmte Wirkstoffe selektiv das Immunsystem zurücksetzen können, ohne dass es zu sekundärer Autoimmunität kommt, wie dies bei anderen Behandlungen für schubförmige MS der Fall sein kann. Dies wäre ein bedeutender Fortschritt in diesem Therapiegebiet.“

Daten aus drei wichtigen Studien lassen darauf schließen, dass Cladribin-Tabletten bei Patienten mit MS im Frühstadium und mit schubförmiger MS sowohl B- als auch T-Lymphozytenzahlen selektiv und nur vorübergehend senken. So ließ sich eine frühe und vorübergehende Reduzierung der peripheren B-Lymphozyten im Blut verzeichnen: 13 Wochen nach der Behandlung erreichten die Werte einen Tiefststand, auf den eine rasche Rückkehr zu den Ausgangswerten folgte. Zudem ließ sich eine Reduzierung der T-Lymphozytenzahlen nachweisen; dabei gingen die Werte der CD4+-Lymphozyten stärker zurück als die der CD8+-Lymphozyten.

Eine exploratorische Analyse der CLARITY-Daten zeigt, dass bei Einhaltung der Vorgaben zu den Mindest-Lymphozytenzahlen vor den jährlichen Behandlungsphasen der Anteil der Patienten, deren Werte wieder in den Normbereich zurückkehrten, Ende des ersten Jahres bei 89,1 % lag und Ende des zweiten Jahres bei 88,3 %. Diese Daten belegen, dass die in der CLARITY- und CLARITY-Erweiterungsstudie nachgewiesene klinische Wirksamkeit ohne kontinuierliche Immunsuppression und durch die selektive Reduktion der T- und B-Lymphozyten erzielt wird.

„Nach der kürzlich veröffentlichten positiven Nutzen-Risiko-Bewertung des CHMP, untermauern diese Sicherheitsdaten unsere Überzeugung, dass Cladribin-Tabletten eine potenzielle wichtige Behandlungsoption für Patienten mit Multipler Sklerose darstellen“, sagte Luciano Rossetti, globaler Leiter der Forschung und Entwicklung im Biopharma-Geschäft von Merck.

Am 23. Juni gab der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) eine positive Stellungnahme zur Anwendung von Cladribin-Tabletten bei schubförmiger MS ab. Diese Empfehlung ist an die Kommission weitergeleitet worden, die im weiteren Jahresverlauf eine finale Entscheidung über die beantragte Marktzulassung treffen wird.

Als häufigstes unerwünschtes Ereignis wurde bei Patienten, die mit Cladribin-Tabletten behandelt wurden, Lymphopenie angegeben. Infektionen traten unter Behandlung mit Cladribin-Tabletten bei 48,3 % der Patienten und unter Placebo bei 42,5 % auf. 99,1 % bzw. 99,0 % der Fälle wurden von den Prüfärzten als leicht bis mittelschwer eingestuft.

Quelle: Merck Serono GmbH, Dr. Stefan Kurze


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