Multiple Sklerose
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- 12.07.2017


Nose2Brain: Wissenschaftler erforschen innovative Therapie für Multiple Sklerose-Patienten

 


In einem von der Hochschule Biberach initiierten Forschungsprojekt entwickelt ein europäisches Konsortium eine innovative Technologie für eine verbesserte Behandlung von Multipler Sklerose (MS). Die Projektidee überzeugte die Europäische Kommission, die die Forschungsarbeiten an der HBC mit 1,4 Mio EUR fördert. Die Professorinnen Dr. Katharina Zimmermann und Dr. Chrystelle Mavoungou von der Fakultät Biotechnologie entwickeln hierbei ein Verfahren, das Medikamente über die Nase direkt ins Gehirn transportiert.

Die Verabreichung von Medikamenten in das zentrale Nervensystem ist sehr schwierig, da die Blut-Hirn-Schranke das empfindliche Gehirn nicht nur vor Bakterien schützt, sondern auch gegen Wirkstoffe abschirmt. „Das erschwert die Behandlung von neurologischen Erkrankungen“, so Zimmermann. Das Verbundprojekt „N2B-patch“ arbeitet daher an der Realisierung der Wirkstoffverabreichung u¨ber die Schädelbasis. An dieser Stelle ist das Gehirn nur durch einen dünnen porösen Knochen und einige Zellschichten von der Nasenho¨hle getrennt. „Der Wirkstoff kann die Nase-Hirn Barriere einfacher überwinden als die Blut-Hirn-Schranke und das Gehirn so auf kurzem Wege erreichen“, erläutert die Professorin für Molekulare Pharmakologie. „Gelingt diese neuartige Methode, ist eine verbesserte Therapie von MS und anderen neurologischen Erkrankungen möglich“, so die Wissenschaftlerin über das patentierte Verfahren.

Das therapeutische System soll aus dem verpackten Wirkstoff bestehen, einem anhaftendem Hydrogel als Tra¨germaterial, sowie dem passenden Applikator zum Einsetzen des Gel-Pflasters – einem sogenannten Patch – in die Nase. „Wir gehen davon aus, dass das Gel-Pflaster etwa alle ein bis zwei Wochen durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt minimal-invasiv aufgetragen wird“, erklärt Prof. Dr. Chrystelle Mavoungou. Bei dem Wirkstoff selbst handelt es sich um ein Biomoleku¨l, das die Regenerierung von Nervenzellen anregt; es wurde bereits in ersten Studien erfolgreich getestet. In den bisherigen Studien wurde der Wirkstoff jedoch ins Rückenmark gespritzt, was jedoch viele Risiken und Nachteile birgt, wie die Professorin für Qualität in der pharmazeutischen Herstellung erläutert.

Quelle: HBC Hochschule Biberach


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