Multiple Sklerose
Anzeige
 
e-med Forum Multiple Sklerose 20. September 2017 Kontakt  Impressum  
 

Ausgesuchte MS-Links:

 

- 04.08.2017


Glatirameracetat erfüllt Anforderungen an alltagstaugliche Therapie

 


Welche Auswirkungen hat eine Multiple Sklerose (MS)-Therapie auf den Kinderwunsch junger Patientinnen und umgekehrt? Wie lässt sich die Adhärenz der MS-Therapie optimieren? Im Rahmen eines interdisziplinären Pressegespräches betrachteten 2 Ärzte und 1 MS-Nurse diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven.
Um zu einer konsequenten Medikamentenanwendung zu motivieren, sei es entscheidend, gemeinsam mit dem Erkrankten eine für den Einzelnen passende Therapie zu finden und im Verlauf auf den vom Patienten wahrgenommenen

Nutzen einzugehen. Abhängig vom Erkrankten und seinen Lebensumständen spielen hierbei Wirksamkeit, Verträglichkeit, Langzeitsicherheit oder individuelle Faktoren wie Darreichung oder Familienplanung eine Rolle. Der Immunmodulator Glatirameracetat (GA, Copaxone®) kann viele der Anforderungen an eine alltagstaugliche Basistherapie der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS) erfüllen. Zum einen geben über 2 Millionen Patientenjahre Erfahrung (GA20) dem Anwender Sicherheit bezüglich der Verträglichkeit und Wirksamkeit, auch bei Langzeitanwendung. Zum anderen wird dem Patienten seit Anfang 2015 durch die nur 3-Mal wöchentlich zu spritzende 40 mg-Dosierung eine vereinfachte Anwendung ermöglicht. In den Alltag und die Förderung der Therapietreue übertragen heißt dies mehr spritzfreie Tage bei 50% weniger injektionsbedingten Nebenwirkungen im Vergleich zur 20 mg-Dosierung. Zudem steht als besonderes Extra seit kurzem auch dem Kinderwunsch während einer Therapie mit GA nichts mehr im Weg.

Aufgrund der positiven Datenlage wurde die Kontraindikation Schwangerschaft durch eine Nutzen-Risiko-Abwägung ersetzt und im Zuge dieser Änderung sind auch kontrazeptive Maßnahmen nicht mehr erforderlich.

Etwa 70 % aller MS-Erkrankten in Deutschland sind Frauen und die Mehrheit ist im gebärfähigen Alter. Über 40% aller Frauen mit MS bekommen erst nach der MS-Diagnose ihr erstes Kind. „Viele MS-Patientinnen beschäftigt die Frage, ob ihr Kinderwunsch mit ihrer MS-Erkrankung vereinbar ist. Dies lässt sich eindeutig bejahen: MS ist kein Hindernis, ein Kind zu bekommen. Es ist jedoch entscheidend, die Patientinnen intensiv und interdisziplinär neurologisch und gynäkologisch zu beraten“, schilderte Prof. Dr. Judith Haas, Berlin. Durch den Wegfall der Gegenanzeige „Schwangerschaft“ bei Copaxone® hat sich der Handlungsspielraum für Arzt und Patientin erweitert. Diese Anpassung der Fachinformationen basiert auf einer Auswertung der globalen Sicherheitsdatenbank von Teva mit über 7.000 Schwangerschaften. In einer aktuellen Auswertung wurden 5.042 Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang, die unter GA 20 eingetreten sind, analysiert. Bei der Betrachtung von prospektiv gemeldeten Fällen zeigten die Daten, dass eine Exposition mit GA während der Schwangerschaft mit keiner erhöhten Fehlbildungsrate und Todgeburten assoziiert ist. Aufgrund dieser Daten werden eine Verhütung und ein vorzeitiges Absetzen von Glatirameracetat bei einer MS-Patientin mit Kinderwunsch vor Eintreten einer Schwangerschaft nicht mehr als notwendig erachtet. Die Anwendung ist auch während einer Schwangerschaft möglich, wenn der Nutzen für die Mutter mögliche Risiken für den Fetus überwiegt.

Minimierung der Non-Adhärenz und Persistenz in der MS-Therapie:
Ein möglicher Kinderwunsch ist nur einer von vielen Gründen für eine niedrige Persistenz. Insgesamt bricht die Hälfte der MS-Patienten die MS-Therapie nach etwa 15 Monaten ab. „Es gibt kaum einen Unterschied zwischen oralen und injizierbaren MS-Medikamenten hinsichtlich Adhärenz und Persistenz. Daher müssen wir auf die den Patienten beeinflussenden Faktoren eingehen, die individuell sehr unterschiedlich sein können“, sagte Prof. Dr. Tjalf.

Quelle: JournalMED


...zurück zur Newsübersicht / Startseite
...zurück zur Newsübersicht / Archiv
...zurück zur Gesundheitsnews-Suche