Multiple Sklerose
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- 10.10.2017


MS: Strategien und Wege zur Entscheidungsfindung für eine individuelle Therapie

 


Im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) diskutierten namhafte Experten moderne Strategien und Wege zur Entscheidungsfindung für eine individuelle Therapie der Multiplen Sklerose (MS). Prof. Dr. Martin S. Weber, Prof. Dr. Uwe Zettl und Dr. Dieter Pöhlau stellten fest: Neue Behandlungsoptionen haben in den vergangenen Jahren den therapeutischen Handlungsspielraum erheblich vergrößert. Der individuelle Verlauf der MS ist jedoch noch immer weitgehend unvorhersehbar. Für den Arzt stelle sich immer wieder die Frage, für welchen Patienten welche Therapie am besten geeignet ist. Zukünftig sei hier ein verbessertes Verständnis der Wirkmechanismen der einzelnen Medikamente notwendig, damit Risiken vermindert, mit den Vorteilen abgewogen und eine verträgliche und zugleich wirksame Behandlung gewährleistet werden kann – auch langfristig. Ergänzend seien Kriterien wie Darreichung und Familienplanung sowie Adhärenz und Lebensqualität für eine Therapiefindung heranzuziehen.

Ein Beispiel für eine seit über 15 Jahren etablierte Erstlinientherapie bei schubförmiger MS (RMS) ist der Immunmodulator Glatirameracetat (GA, Copaxone®). Auf die Erfahrungen aus über zwei Millionen Patientenjahren von GA 20 mg baut die neuere und nur dreimal wöchentlich zu spritzende 40 mg-Dosierung auf.

Bei der MS steht der Arzt einem sehr heterogenen Krankheitsbild gegenüber, daher ist eine Prognose über den individuellen Krankheitsverlauf nur eingeschränkt möglich. Dies macht es in der MS-Therapie grundsätzlich schwierig, sich für eine passende Therapie zu entscheiden, die möglichst erfolgreich den individuellen Verlauf des Patienten beeinflusst. „Die personalisierte MS-Therapie ist ein Zukunftskonzept. Die Behandlungen sollten nach dem jeweiligen Wirkmechanismus und nicht nach vermeintlicher Wirkstärke eingeordnet werden. Zudem sollten Strategien entwickelt werden, möglichst prospektive Biomarker für den Erfolg der einzelnen Medikamente zu identifizieren“, so Dr. med. Martin S. Weber, Göttingen. „Auf der einen Seite möchten wir auf die Bedürfnisse unserer Patienten eingehen. Auf der anderen Seite müssen wir jedoch aufgrund des sich schnell verändernden Therapieumfelds Vorteile und Risiken gegen diese Bedürfnisse abwägen. Die Darreichung der neueren Medikamente hat sich zwar vereinfacht, aber die Belastung durch das Monitoring aufgrund von Sicherheitsbedenken ist gestiegen“, so Prof. Dr. Uwe Zettl, Rostock. Hier punktet GA: Im Vergleich zu acht anderen MS-Therapien ist GA die einzige Behandlung, die im Verlauf eines Jahres kein grundsätzliches Therapiemonitoring erfordert, so der Experte.

Sicherheit und Verträglichkeit von Glatirameracetat:
Eine jüngst veröffentlichte Zwischenauswertung der laufenden zweijährigen nicht-interventionellen Studie COPTIVITY untermauert die Bedeutung von Sicherheit und Verträglichkeit: In einer Kohorte, in der die neuere, dreimal wöchentlich zu verabreichende Dosierung von GA 40 mg bevorzugte Applikationsform war, waren Sicherheit und Verträglichkeit die wichtigsten Gründe für die Therapieentscheidung bei Patienten, die von anderen MS-Therapien auf Copaxone® gewechselt sind. Mit der 40 mg-Dosierung verringern sich die Injektionen um fast 60% und die injektionsbedingten Nebenwirkungen um 50% im Vergleich zur 20 mg-Dosierung. Neben der Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit überzeugt GA auch durch weitere Aspekte, die für den Einzelnen bei der Therapiefindung wichtige Kriterien darstellen können. So wurde die Kontraindikation „Schwangerschaft“ aus den beiden Fachinformationen entfernt, sodass bei Nutzen-Risiko-Abwägung auch eine Anwendung bei Kinderwunsch und während einer Schwangerschaft möglich ist. „Entscheidend ist, früh mit der Therapie der MS zu beginnen. Bei der heutigen Vielfalt und Mischung aus altbewährten und neuen Therapieoptionen sollte der Arzt Wirksamkeit, Darreichung, Sicherheit und Verträglichkeit gegenüberstellen – begleitet von dem übergreifenden Ziel, eine auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnittene, zufriedenstellende Behandlung zu finden“, resümierte Dr. Dieter Pöhlau, Asbach.

Quelle: JournalMED


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