Multiple Sklerose
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- 08.11.2017


Alzheimer im Frühstadium kann mit Nährstoffkombination stabilisiert werden

 


Im Rahmen einer Studie wurden Personen mit prodromalem Alzheimer, also dem vordementiellen Stadium der Krankheit, mit einem Nährstoffgemisch behandelt. Sie zeigten in neuropsychologischer Hinsicht im Vergleich zu einer Testgruppe keine Veränderung. Jedoch verbesserten sich ihre kognitiven und funktionellen Leistungen im Alltag signifikant. Auch das Gehirn schrumpfte im Vergleich weniger. Das für die Behandlung der Alzheimer-Patienten eingesetzte Nährstoffgemisch enthält „Fortasyn Connect“, eine spezielle Kombination aus essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und anderen Nährstoffen.

Mehrere Forscher der Universität des Saarlandes und weiterer deutscher und internationaler Institutionen waren an der klinischen Studie beteiligt, die Teil eines großen durch die Europäische Union finanzierten Forschungsprojektes ist. An der Studie nahmen 311 Patienten an elf Kliniken in Europa für zwei Jahre teil. Zum Studienbeginn hatten alle Patienten eine durch Biomarker nachgewiesene, leichte kognitive Beeinträchtigung des Alzheimer-Typs, dem Vorstadium der Alzheimer-Demenz. Die Hälfte der Patienten nahm die Nährstoffkombination täglich in Form eines Trinkjoghurts zu sich, die Kontrollgruppe erhielt ein Getränk, das im Geschmack sowie in der Konsistenz und Farbe identisch war, aber keine Wirkstoffe erhielt.

Ein ursprünglich als Hauptergebnis vorgesehener neuropsychologischer Test mit beiden Patientengruppen (primärer Endpunkt) bestand aus den folgenden Einzeltests: Lernen, Erinnern und Erkennen von zehn Wörtern, möglichst viele Wörter der Kategorie "Tier" innerhalb einer vorgegebenen Zeit aufsagen sowie der Aufgabe, Buchstaben und Zahlen zu vertauschen. Hierbei zeigten die Patienten mit Nährstoffbehandlung keine statistisch signifikanten Unterschiede zu der Kontrollgruppe. Deutlich positive Wirkungen hatte die Behandlung aber mit Blick auf die täglichen Herausforderungen von Alzheimer-Personen. Die Forscher beobachteten über zwei Jahre eine 44%-ige geringere Verschlechterung bei der klinischen Einschätzung des Schweregrades der Demenz (Clinical Dementia Rating-Sum of Boxes).

Diese Untersuchung ist besonders bedeutend, weil sie den Krankheitsverlauf des Patienten an Hand seiner Leistungen bewertet, die er zeigt, wenn er Aufgaben des täglichen Lebens bewältigen muss. Beispiele hierfür sind die Fähigkeit, mit Notfällen im Haushalt umzugehen, finanzielle oder geschäftliche Vorgänge zu bewältigen oder wichtige Ereignisse nicht zu vergessen. Darüber hinaus wurden Veränderungen in der Hirnschrumpfung beobachtet, im Hippocampus ein Unterschied von 26%. Zunehmender Hirnzerfall ist typisch für eine Alzheimer-Erkrankung, der Abbau des Hippocampus ist die Ursache für viele der Gedächtnisprobleme bei Alzheimer. Das Auftreten von Nebenwirkungen war bei der Kontrollgruppe gleich.

Quelle: Universität des Saarlandes


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