Multiple Sklerose
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- 17.10.2018


Merck hat aktuelle Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit Evobrutinib bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) bekannt gegeben

 


Die Studie erreicht ihren primären Endpunkt und belegt für Evobrutinib im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduzierung von Gd+ T1-Läsionen gemäß MRT-Befund
Merck hat heute im Rahmen des 34. Kongresses des European Committee for Treatment and Research In Multiple Sclerosis (ECTRIMS) in Berlin Ergebnisse nach einer Behandlungsdauer von 24 Wochen der doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten, 48-wöchigen Phase-II-Studie mit Evobrutinib bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) bekannt gegeben. Unverblindeter Referenzarm in dieser Studie war Dimethylfumarat (240 mg 2 x täglich). Es gab keine formalen statistischen Vergleiche zwischen Dimethylfumarat und Evobrutinib oder Placebo. Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, wobei Evobrutinib in den Dosierungen 75 mg 1 x täglich und 75 mg 2 x täglich im Vergleich zu Placebo die Anzahl gadoliniumanreichernder (Gd+) T1-Läsionen gemäß MRT-Befund in Studienwoche 12, 16, 20 und 24 signifikant reduzierte. Evobrutinib ist ein hochspezifischer oraler Inhibitor der Brutontyrosinkinase (BTK) und der erste BTK-Inhibitor mit klinischem Proof-of-Concept bei schubförmiger MS.

„Wir sind eines der ersten Unternehmen, die einen BTK-Inhibitor zur Behandlung chronischer Autoimmunerkrankungen untersuchen. Die bisher bei Patienten mit schubförmiger MS beobachteten Ergebnisse sind für uns weiterhin sehr ermutigend“, sagte Luciano Rossetti, globaler Leiter der Forschung und Entwicklung im Biopharma-Geschäft von Merck. „Evobrutinib stammt aus der unternehmenseigenen Forschung von Merck und steht beispielhaft für die Innovationskraft unserer internen Labore. Wir blicken auf eine lange Tradition bei der Bereitstellung innovativer Lösungen, die dazu beitragen, die Versorgung von MS-Patienten zu verbessern. Wir freuen uns darauf, das Potenzial von Evobrutinib im Rahmen weiterer klinischer Studien zu untersuchen.“

Von den randomisierten Patienten schlossen 91 % (244 von 267) eine 24-wöchige Behandlung ab. Die durchschnittliche (SD) Gesamtzahl Gd+ T1-Läsionen (Woche 12-24) betrug 3,85 (5,44), 4,06 (8,02), 1,69 (4,69) und 1,15 (3,70) in der Placebo- bzw. den Evobrutinib-Gruppen (25 mg 1 x täglich; 75 mg 1 x täglich; 75 mg 2 x täglich). Gegenüber Placebo erfolgte eine signifikante Reduzierung der Anzahl von Gd+ T1-Läsionen pro Scan unter Evobrutinib 75 mg 1 x täglich (Läsionsratenverhältnis [RR] = 0,30; p = 0,0015) und 75 mg 2 x täglich (RR = 0,44; p = 0,0313), jedoch nicht unter Evobrutinib 25 mg 1 x täglich (RR = 1,45; p = 0,295). Es ergaben sich Belege für eine Dosis-Wirkungs-Beziehung (Trendtest p = 0,0011).

„Die Studienergebnisse unterstreichen das Potenzial von BTK-Inhibitoren als orale Basistherapeutika für die Behandlung von schubförmiger MS“, sagte Dr. Xavier Montalban, Professor für Medizin und Direktor der Fakultät für Neurologie an der University of Toronto und Direktor des MS Centre am St. Michael’s Hospital. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der duale Wirkmechanismus von Evobrutinib auf pathogene Zellen des adaptiven und angeborenen Immunsystems bei Multipler Sklerose klinische Wirksamkeit erzielen könnte.“

Evobrutinib führte außerdem zu einer klinisch bedeutsamen Senkung der annualisierten Schubraten (ARR). Eine Senkung der annualisierten Schubrate zeigte sich unter Evobrutinib 75 mg 1 x täglich (0,13; p = 0,09) und 75 mg 2 x täglich (0,08; p = 0,06) gegenüber Placebo (0,37). Es ergaben sich Belege für eine Dosis-Wirkungs-Beziehung (Trendtest p = 0,01).

Als sekundärer Endpunkt wurde die Gesamtzahl an T2-Läsionen gemäß MRT-Befund untersucht. Die durchschnittliche (SD) Zahl neuer oder sich vergrößernder T2-Läsionen (Woche 12-24) betrug 5,96 (6,99), 6,52 (11,57), 3,41 (10,75) und 2,19 (4,72) in der Placebo- bzw. den Evobrutinib-Gruppen (25 mg 1 x täglich; 75 mg 1 x täglich; 75 mg 2 x täglich). Neue oder sich vergrößernde T2-Läsionen pro Scan wurden im Vergleich zu Placebo unter Evobrutinib 75 mg 2 x täglich (RR = 0,42; p = 0,019) signifikant reduziert.

Die Behandlung mit Evobrutinib wurde gut vertragen und es wurden keine mit der Behandlung assoziierten Infektionen, parasitären Erkrankungen oder Lymphopenie beobachtet. Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen (TRAEs) waren erhöhte Werte von ALT, AST und Lipase. Sie traten in der Gruppe der mit Evobrutinib 75 mg 2 x täglich behandelten Patienten auf und waren reversibel sowie asymptomatisch. Der prozentuale Anteil von Veränderungen bei ALT von Grad 0 zu Grad 3 oder darüber lag bei 1,9 %, 5,7 %, 2,1 % und 6,1 % in der Placebo- bzw. den Evobrutinib-Gruppen (25 mg 1 x täglich; 75 mg 1 x täglich; 75 mg 2 x täglich).

Quelle: Merck KGaA


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