Multiple Sklerose
Anzeige
 
e-med Forum Multiple Sklerose 17. November 2018 Kontakt  Impressum  Datenschutz  
 

Ausgesuchte MS-Links:

 

- 30.10.2018


RMS und PPMS: Früher Behandlungsbeginn mit Ocrelizumab zahlt sich aus

 


Bei Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose (RMS), die auch unter einer Therapie mit Interferon (IFN) beta-1a weiterhin Krankheitsaktivität aufweisen, könnte sich ein früher Wechsel auf eine Therapie mit dem Anti-CD20-Antikörper Ocrelizumab lohnen. Registerdaten aus Australien belegen, dass sich ein früher Einsatz einer hocheffektiven Therapie langfristig positiv auf den Krankheitsverlauf der MS auswirkt, berichtete Prof. Dr. Dr. Sven Meuth vom Institut für translationale Neurologie in Münster. Dies konnte jetzt auch für Ocrelizumab (Ocrevus®) bestätigt werden.

In der offenen Verlängerungsstudie (OLE) der OPERA-Studien I und II zeigte sich nach den jetzt vorliegenden 5-Jahresdaten ein deutlicher Vorteil für Patienten, die über den gesamten Zeitraum mit Ocrelizumab behandelt wurden. In beiden Studien reduzierte sich ab dem ersten Behandlungsjahr signifikant die jährliche Schubrate (ARR), Läsionslast im MRT und Behinderungsprogression im Vergleich zu INF beta-1a. Nach 5-jähriger durchgängiger Behandlung mit Ocrelizumab waren im Vergleich zur Switchgruppe mit 3-jähriger Therapie eine deutlich niedrigere Hirnatrophierate und geringere Behinderungsprogression nachweisbar. Patienten profitierten also langfristig davon, wenn sie schon früh auf den Antikörper umgestellt wurden, erklärte der Neurologe.

Erste Daten der CHORDS-Studie bestätigten, dass sich auch ein Wechsel auf Ocrelizumab lohnt. Im Rahmen dieser Studie wurden RMS-Patienten mit einer unzureichend wirksamen mehr als 6-monatigen Vortherapie mit verschiedenen krankheitsmodifizierenden Medikamenten auf den Antikörper umgestellt. Nach dem Wechsel war die Schubrate über 48 Wochen gering und mehr als 90% der Patienten zeigten über diesen Zeitraum weder eine MRT-Aktivität noch ein Behinderungsprogression. Fast 60% der Patienten blieben völlig frei von jeder Krankheitsaktivität.

Auch Patienten mit primär progressiver MS (PPMS) profitieren von einem frühen Einsatz von Ocrelizumab, wie PD Dr. Jörg Tackenburg von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Marburg berichtete. In der ORATORIO-Studie wurde nach 5,5 Jahren deutlich, dass die sofortige Behandlung mit Ocrelizumab im Vergleich zu einer um 2 Jahre verzögerten Therapie mit einer signifikant geringeren Behinderungsprogression einhergeht. Auch die Armfunktion konnte länger erhalten werden, was für die Lebensqualität dieser Patienten von hoher Bedeutung ist, sagte der Neurologe.

Quelle: JournalMED


...zurück zur Newsübersicht / Startseite
...zurück zur Newsübersicht / Archiv
...zurück zur Gesundheitsnews-Suche