Multiple Sklerose
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- 13.11.2018


Therapiestrategien bei Multipler Sklerose und Migräne im Fokus

 


Neurologische Erkrankungen sind häufig mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität assoziiert – insbesondere dann, wenn sie chronisch werden. Kopfschmerzen (u. a. Migräne, Spannungskopfschmerzen) kommen häufig bei Multiple Sklerose-Patienten vor. Entsprechend ist eine gute Diagnostik inklusive effektiver Differenzialdiagnostik unter Berücksichtigung von klinischen und pathophysiologischen Gesichtspunkten entscheidend, damit eine adäquate und individuell geeignete Therapie eingeleitet werden kann, betonte Prof. Dr. Uwe Zettl (Rostock) bei einem von Teva initiierten Symposium.

Die Behandlung der Multiplen Sklerose nach erfolgreich gesicherter Diagnose mit bewährten Immunmodulatoren, wie Glatirameracetat (GA, Copaxone®) oder Interferonen, hat trotz Einführung neuer Medikamente aufgrund ihres positiven Nutzen-Risiko-Profils immer noch einen festen Platz im Therapieschema der MS-Behandler. Die Therapie sollte die jeweiligen Wünsche und alle relevanten Symptome der Patienten konsequent adressieren, um die Adhärenz zu stärken. „Bei dieser komplexen Erkrankung lässt sich dauerhaft nur mit einer differenzierten und multimodalen Vorgehensweise eine optimale Behandlung sicherstellen“, berichtete Prof. Dr. Orhan Aktas, Düsseldorf. Ein Vorgehen, das auch bei der Therapie einer Migräne angestrebt wird. Wie dieses aussehen kann und welche Rolle monoklonale Antikörper in Zukunft dabei spielen können, zeigte PD Dr. Tim Jürgens, Rostock auf.

Multiple Sklerose und Kopfschmerzen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede:
Was eint, was trennt MS und Kopfschmerz, und wo stehen wir heute bei diesen neurologischen Herausforderungen? Können stechende Kopfschmerzen, die bei MS-Patienten vorkommen, als Schubereignis erfasst werden? Ist der inflammatorische Prozess bei der MS die Ursache der Kopfschmerzen bei MS-Patienten? Oder sind es zwei unterschiedlichen Erkrankungen, die nur nebeneinander existieren? Sowohl die schubförmig verlaufende MS, wie auch manche Verläufe von Kopfschmerzen, bedürfen daher einer für den jeweiligen Patienten adäquaten, effektiven und verträglichen Therapie. „Doch der Verlauf der Erkrankungen lässt sich aufgrund individueller Beschwerden und des heterogenen Krankheitsbildes oft nicht exakt vorherbestimmen“, erklärte Prof. Zettl. Daher ist ein frühes und konsequentes multimodales Behandlungskonzept entscheidend für eine erfolgreiche Therapie. Dieses schließt auch die bei beiden Entitäten auftretenden möglichen Komorbiditäten mit ein. „Eine adäquate Behandlung berücksichtigt immer auch die individuellen Umstände wie Symptome,Verträglichkeit und Adhärenz“, so der Experte. „Daher sollte neben einer Risiko-Nutzen-Bewertung auch der betroffene Patient in die Auswahl der Therapiestrategie einbezogen werden“ plädierte Prof. Aktas für die Umsetzung des „shared decision making“.

Bessere Adhärenz durch Anwenderfreundlichkeit und Verträglichkeit:
Gerade bei der MS sind die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig. Die Entscheidung sollte sich daher nach der auf lange Sicht bestehenden Sicherheit und Verträglichkeit richten. „Wir haben über 20 Jahre Real-Life-Erfahrung mit dem Immunmodulator Glatirameracetat und den Interferonen. Darüber hinaus überzeugt GA auch dadurch, dass aufgrund vorliegender Daten die Kontraindikation Schwangerschaft aus den Fachinformationen entfernt wurde, sodass bei individueller Nutzen-Risiko-Abwägung sogar eine Anwendung während einer Schwangerschaft möglich ist.

Chronischer Migräne zielgerichtet begegnen:
Für eine effektive Prophylaxe der die Lebensqualität stark beeinträchtigenden Migräneattacken können bisherige Behandlungsoptionen oft keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern. Neben unzureichender Wirkung führen Nebenwirkungen dazu, dass viele Patienten die Therapie vorzeitig abbrechen. Eine Prophylaxe mit monoklonalen CGRP-Antikörpern (Calcitonin Gene-Related Peptide) wird derzeit als vielversprechende Option eingeschätzt. Das Neuropeptid CGRP ist eines der wichtigsten Neurotransmitter im trigeminalen System, welches für die Wahrnehmung von Schmerzen bei Migräneattacken essentiell ist. Studien zufolge ist der CGRP-Spiegel bei Migräneattacken erhöht. „Eine Blockade der Schmerzübertragung in Migräne-relevanten Strukturen des Gehirns durch einen humanen monoklonalen Antikörper scheint daher ein vielversprechender Behandlungsansatz zu sein“, berichtete PD Dr. Jürgens. Studiendaten von Fremanezumab, Erenumab, Galcanezumab und Eptinezumab weisen eine effektive Wirksamkeit bei einem gleichzeitig guten Sicherheitsprofil auf. Die Präparate werden monatlich oder vierteljährlich als prophylaktische Therapie injiziert. Mit Fremanezumab konnte in den Studien sowohl bei der episodischen als auch bei der chronischen Migräne die Anzahl der Kopfschmerz- und Migränetage im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert werden. In Bezug auf die Responderrate (definiert als Reduktion der monatlichen Migränetage um ≥ 50% versus Baseline) zeigte sich der Antikörper sowohl bei monatlicher Gabe als auch bei der Quartalsdosis gegenüber Placebo überlegen.

Quelle: JournalMED


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