Multiple Sklerose
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- 23.05.2019


Die FEES ist eine sichere und aufschlussreiche Methode zur Diagnostik von Schluckstörungen

 


Die funktionelle endoskopische Schluck-Untersuchung (FEES) ist ein etabliertes Verfahren der Dysphagiediagnostik. Eine aktuell in „Neurological Research and Practice“ publizierte Studie untersuchte an 23 Zentren in Deutschland und in der Schweiz die Sicherheit der FEES sowie ihren Einfluss auf das Therapiemanagement von Patienten mit Schluckstörungen.
Das Diagnoseverfahren erwies sich als sicher und führte bei über der Hälfte der Patienten zu einer Änderung des Ernährungsmanagements.

Als flankierende Maßnahme des FEES-Curriculums der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) wurde 2014 eine multizentrische FEES-Registerstudie initiiert. Diese Studie verfolgte das Ziel, die Sicherheit und Effektivität der nach diesem Ausbildungsprogramm implementierten FEES zu überprüfen. Wie aktuell in „Neurological Research and Practice“ aktuell berichtet wird, konnten in diese Studie an 23 Standorten von September 2014 bis Mai 2017 insgesamt 2401 Patienten mit einem weiten, repräsentativen Diagnosespektrum eingeschlossen werden (u.a. hatten 61% eine Schlaganfall-Diagnose, 6,5% waren an Morbus Parkinson erkrankt).

Im Ergebnis zeigte sich zum einen, dass die FEES auch in der Hand von unerfahrenen Untersuchern, eine entsprechende Supervision vorausgesetzt, eine sehr sichere und verträgliche Methode der Dysphagiediagnostik ist. Die Häufigkeit von Komplikationen lag auf dem Niveau anderer Publikationen, zudem waren die in der Studie beobachteten Komplikationen stets selbstlimitiert und bedurften keiner weitergehenden Notfallintervention. Zum anderen zeigte die Studie, dass die FEES in sehr vielen Fällen (>50%) einen direkten Einfluss auf das Ernährungsmanagement des Patienten hatte. So konnten mehr als 40% der Patienten nach der FEES eine liberalere Kostform erhalten, bei mehr als 15% war sogar der Wechsel von einer künstlichen enteralen Ernährung über eine Magensonde zu einer oralen Kost möglich. Demgegenüber wies die FEES bei ca. 12% der Patienten auf eine bisher unterschätzte Schluckstörung hin und gab so Anlass für eine vorsichtigere Ernährungsform.

„Insgesamt legt diese Studie nahe, dass die Versorgung von Dysphagiepatienten in Deutschland an vielen Standorten in vorbildlicher Weise interdisziplinär erfolgt“, erklärte Prof. Dr. Rainer Dziewas vom Universitätsklinikum Münster. „Wünschenswert wäre in jedem Fall, dass auch zukünftig eine weitere Verbesserung der Versorgung angestrebt und konsequent von wissenschaftlichen Projekten begleitet wird.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.(DGN)


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