Multiple Sklerose
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- 06.03.2012


Coping mit Multipler Sklerose in der Partnerschaft

 


Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung, durch die die Erkrankten kontinuierlich abbauen. Coping bedeutet allgemein das Zurechtkommen mit Schicksalsschlägen. Die größte Schwierigkeit, die Menschen mit MS und ihre Partner haben, ist die Ungewissheit des zukünftigen Krankheitsverlaufs. Ärzte wissen, dass ihre MS-Patienten in ihrem familiären Zusammenhang gesehen werden müssen. Trotzdem ist wenig über das Coping von Paaren bekannt. Das Ziel der hier berichteten Studie war es, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Mit Hilfe von IPA (interpretative phänomenologische Analyse) und halbstrukturierten Interviews, also sozialpsychologischen Werkzeugen, erfassten die Untersucher das Erleben von Krankheit, die damit verbundene Betroffenheit und die Strategien, die die untersuchten Paare entwickelt hatten. Insgesamt sieben Paare mit jeweils einem erkrankten Partner hatten sich zur Verfügung gestellt, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Es kristallisierten sich zwei übergeordnete Aspekte heraus: Die wichtigsten benannten Copingthemen waren "Höhen und Tiefen" und "Langzeitcoping". Auch zwei wesentliche Elemente des Copings kamen zum Vorschein: Vertrauen in sich selbst und Vertrauen in den Partner bzw. die Partnerin. War das Selbstvertrauen und das Vertrauen in den Lebenspartner hoch, dann gelang auch besseres Coping, die Lebensqualität war deutlich besser.

Diese Ergebnisse sollten es den behandelnden Ärzten besser ermöglichen zu verstehen, dass und wie Betroffene und Partner im Verbund Coping betreiben. Ein weiteres Ergebnis dieser Untersuchungen deutete an, dass Ärzte einfühlsam auf das Coping beider Partner eingehen sollten. Dazu gehöre auch, so die Studienautoren, Paare gegebenenfalls auf die sich verändernden Bedürfnisse in der Partnerschaft hinzuweisen.

Schlussfolgerungen für die Aufarbeitung von MS in der Partnerschaft:

- Für die ärztliche Begleitung und Therapieplanung ist es wichtig, das Coping der Patientin/des Patienten und des nicht erkrankten Partners gleichermaßen einzubeziehen.

- Angehörige der Heilberufe müssen sich bewusst sein, dass die Copingstrategien von Erkrankten und ihren Partner sich notwendigerweise auf die Gegenwart konzentrieren.

- Angehörige der Heilberufe sollten sich mehr mit der Beziehung beschäftigen, in der ihre Patientin/ihr Patient lebt, und hervorheben, wie wichtig und hilfreich Optimismus beim Coping ist.

Zum Originalartikel der MS-Gateway

Quelle: MS-Gateway


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