Multiple Sklerose
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- 13.03.2012


Kontrolle der Körperhaltung bei Menschen mit MS

 


Bei den meisten Menschen mit Multipler Sklerose (MmMS) ist die Kontrolle der Körperhaltung beeinträchtigt. Wenn MmMS in aufrechter Haltung eine geistige Tätigkeit ausführen, - eine so genannte duale Aufgabe -, dann beeinflusst das die Kontrolle der Körperhaltung negativ. Das berichten aktuell Forscher der Abteilung für Bioingenieurswissenschaften an der Universität von Illinois, USA.
Sie haben dieses Phänomen näher erforscht und untersucht, wie solche dualen Aufgaben sich in Abhängigkeit vom Behinderungsgrad auswirken. Dazu teilten sie eine Gruppe von 45 MmMS entsprechend ihres EDSs ein: MmMS mit EDSS von 2.0 bis 3.5 (leichte Behinderung) und 4.0 bis 6.5 (mittlere Behinderung). Von jedem Studienteilnehmer wurden posturographische Analysen in einer Ruhesituation und während einer geistigen Tätigkeit gemacht, das heißt, die Körperhaltung in den verschiedenen Situationen wurde aufgezeichnet und vermessen.

Die geistige Tätigkeit bestand dabei in der Aufstellung einer Wörterliste. Die durchschnittliche Schwankgeschwindigkeit, die durchschnittliche Entfernung vom räumlichen Ausgangspunkt und die durchschnittliche Fläche, die der MmMS während der dualen Aufgabe beanspruchte, wurden für die jeweiligen Vergleichssituationen errechnet.

Es zeigte sich, so berichten die Forscher, dass die MmMS mit mittlerem Behinderungsgrad eine deutlich schlechtere Kontrolle ihrer Körperhaltung hatten als die leichter behinderten MmMS. Die schwerer behinderten MmMS schwankten stärker, wenn sie die beschriebene geistige Tätigkeit ausführten. Die Kontrolle der Körperhaltung war umso schwieriger, je stärker die Behinderung fortgeschritten war, und sie wurde von gleichzeitigen geistigen Tätigkeiten negativ beeinflusst.

Dies zu wissen kann zwar das Problem selbst nicht abstellen, aber es hilft beim Umgang damit. Wenn MmMS genauso wie ihr Umfeld um die Schwierigkeiten wissen, die das gleichzeitige Erledigen mehrerer Aufgaben für einen MmMS bedeuten kann - z.B. Gehen und gleichzeitiges Unterhalten -, dann können die Aufgaben bewusst nacheinander statt gleichzeitig ausgeführt werden - z.B. erst zum Zielpunkt gehen und dann sprechen. Auch wenn das banal klingt, so ist es doch vielen nicht bewusst, dass es oft zu Überforderung, Stress, auch Stürzen führen kann, wenn mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit bewältigt werden sollen.

Zum Originalartikel der MS-Gateway

Quelle: MS-Gateway


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