Multiple Sklerose
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- 13.02.2013


5,4 Millionen Euro für Neuroinfektiologie

 


Forschungsverbund N-RENNT erforscht Zusammenhänge zwischen neurologischen Krankheiten und Infektionserregern.
Viele neurologische Krankheiten werden durch Infektionen ausgelöst. Viren, Bakterien oder Parasiten können bei Menschen genau wie bei Tieren die Ursache für Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) sein oder den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Beispiele sind Masern, virale und bakterielle Hirnhautentzündungen oder Tollwut. Auch für neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose gibt es Hinweise, dass Infektionen beteiligt sind.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung fördern mit 5,4 Millionen Euro für drei Jahre einen niedersächsischen Forschungsverbund für Neuroinfektiologie. Das „Niedersachsen-Research Network on Neuroinfectiology (N-RENNT)“ möchte die Infektionswege und Mechanismen von ZNS-Erkrankungen ergründen. Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Hochschulstandorte“. Die Sprecherhochschule ist die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

„Um neue Strategien für die Diagnose, Verhütung und Bekämpfung von neurologischen Erkrankungen entwickeln zu können, müssen wir das komplexe Zusammenspiel zwischen ZNS und Erreger verstehen“, sagt Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Sprecher von N-RENNT. Neben der Krankheitsentstehung werden sich die Wissenschaftler auch Studien widmen, die die Ausbreitung innerhalb und zwischen verschiedenen Spezies untersuchen. Viele Infektionen, die im Verdacht stehen, neurologische Erkrankungen zu beeinflussen, sind Zoonosen, können also zwischen Mensch und Tier übertragen werden. Dazu zählen beispielsweise durch Zecken übertragende Hirnhautentzündungen oder Influenza. „N-RENNT schlägt die Brücke zwischen Neurowissenschaften und Infektionsmedizin“, sagt Baumgärtner „und zwischen Tier- und Humanmedizin.“ Die Forschungsergebnisse sollen Tieren und Menschen zugute kommen. Auch in der tierärztlichen Praxis werden häufig Patienten mit neurologischen Erkrankungen vorgestellt und viele Ergebnisse aus der Tiermedizin können auf die Humanmedizin übertragen werden. So dient Staupe beispielsweise als Modellkrankheit für Multiple Sklerose – beide Krankheiten weisen viele Parallelen auf.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover


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