Multiple Sklerose
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- 28.08.2013


Die Waffen des Immunsystems – Killerzellen mit Schutzschild

 


Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung entwickelt Ansatz für eine schonende Therapie von Erkrankungen des Immunsystems
Termin bei der Hautärztin: Maria ist 18 Jahre alt und im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Friseurin. Sie möchte endlich wissen, woher die Allergie an ihren Händen kommt. „Sie müssen ab jetzt bei ihrer Arbeit Handschuhe tragen“, rät ihre Ärztin, „vielleicht ist sogar eine Umschulung notwendig“. Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung werden Erkrankungen des Immunsystems erforscht und hier konnte kürzlich eine neue Möglichkeit zu einer schonenden Therapie entdeckt werden.

Besorgniserregend ist die rasante Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Pollen oder Tierhaare können Allergien auslösen, aber auch Stoffe aus dem Berufsumfeld, Haarfärbemittel beim Friseur oder Desinfektionsmittel beim Arzt. Bekannte Bespiele für Autoimmunkrankheiten sind Rheuma, Typ-1-Diabetes und Multiple Sklerose.

Beide Erkrankungsformen, Allergien und Autoimmunkrankheiten, werden bisher mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Damit ist aber immer die Gefahr verbunden, dass ein Patient sich nicht mehr vor Infektionen schützen kann.

Ein neuer Ansatz zur Entwicklung schonender Therapieverfahren wird am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung verfolgt. In der Arbeitsgruppe „Immunologie“ unter der Leitung von Carsten Watzl werden die Grundlagen der Immunabwehr analysiert. Dabei geht es besonders um die sogenannten natürlichen Killerzellen. Diese Zellen schütten toxische Substanzen aus, die gefährliche Zellen beseitigen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich die Killerzellen selbst umbringen, mit fatalen Folgen für unser Immunsystem. Deshalb müssen sich diese Zellen vor ihren eigenen Waffen schützen.

Watzls Arbeitsgruppe konnte jetzt einen solchen Schutzmechanismus aufklären. Es handelt sich um eine Substanz, die durch das Ausschütten der toxischen Stoffe auf die Oberfläche der Killerzellen gelangt. Sie verhindert, dass sich die Killerzellen durch die toxischen Stoffe selbst schädigen.

Dieser Schutzschild bietet zugleich einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung von schonenden Therapieverfahren. Wenn man den Schutzschild der Killerzellen für eine Zeit lang ausschalten könnte, würden sie sich selber schädigen und beseitigen, ohne dass dabei der Rest des Immunsystems dauerhaft unterdrückt werden müsste. Eventuell könnte damit sogar eine Heilung von Autoimmunerkrankungen erzielt werden.

Quelle: Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund


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