Multiple Sklerose
Anzeige
 
e-med Forum Multiple Sklerose 18. November 2019 Kontakt  Impressum  Datenschutz  
 

Ausgesuchte MS-Links:

 

- 17.11.2015


Intelligente Mobilitätshilfen für ein selbstbestimmtes Leben – EU-Projekt ASSAM erfolgreich abgeschlossen

 


Ein Rollator, der seiner Benutzerin oder seinem Benutzer den Weg weist, und ein Rollstuhl, der automatisch Hindernisse umfährt – klingt nach Zukunftsmusik? Im Projekt ASSAM entwickelte ein europäisches Konsortium aus Herstellern, Forschungseinrichtungen und Sozialverbänden intelligente Technologien, die Menschen mit altersbedingten Beeinträchtigungen in ihrer Mobilität unterstützen sollen.
Das Projekt ASSAM, Assistance for Safe Mobility, endete nach 39 Monaten Projektlaufzeit am 30. September 2015. Prof. Dr. Bernd Krieg-Brückner, DFKI-Wissenschaftler und Koordinator des Projekts (DFKI- Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz), zieht ein positives Fazit: „Durch vielfältige Feldversuche ist es uns gelungen, Assistenzsysteme zu gestalten, die sich ganz den Bedürfnissen der Anwender anpassen.“ Außerdem verweist er auf die gesellschaftliche Relevanz: „Die Menschen werden heute immer älter; früher oder später sind wir alle auf Assistenz angewiesen. Wir hoffen, dass unsere Systeme in Zukunft dazu beitragen, dass Menschen trotz körperlicher oder kognitiver Einschränkungen selbstbestimmt leben können.“

Kern des ASSAM-Projekts war die anwenderorientierte Entwicklung von modularen Zusatzkomponenten für Mobilitätshilfen, wie Rollatoren und elektrisch angetriebene Rollstühle, sowie für ein neu entwickeltes Dreirad (Tricyle). Zu den verschiedenen Komponenten, mit denen die Standardsysteme ausgestattet wurden, zählt zum Beispiel die ASSAM Navigation Aid, eine Navigationshilfe, die sich mithilfe eines Tablet-PCs unter anderem an einem handelsüblichen Rollator anbringen lässt, sowie das ASSAM OdoWheel, das an die Stelle eines herkömmlichen Hinterrades tritt. Während das ASSAM OdoWheel die Geschwindigkeit des Rollators misst, leitet die ASSAM Navigation Aid sicher zum gewünschten Ziel. Die Routenplanung ist so ausgelegt, das Kopfsteinpflaster oder Schotterböden möglichst vermieden werden.

Für Personen mit eingeschränktem Seh- oder auch Hörvermögen sind die elektronischen Handgriffe, die sogenannten iHandleBars, nützlich. Durch Vibration oder Lichtsignal des jeweiligen Griffes teilen sie dem Anwender mit, in welche Richtung er sich bewegen muss, um an sein Ziel zu gelangen. Elektrische iWheels ermöglichen Assistenz auch in unebenem Gelände: Sie unterstützen das Gehen auf ansteigenden Wegen und bremsen den Rollator automatisch beim Weg nach unten.

Die Projektpartner entwickelten zudem einen Fahrassistenten für elektrische Rollstühle, der das automatische Umfahren von Hindernissen ermöglicht und den Rollstuhl zum Halten bringt, wenn dieser zum Beispiel an einen Treppenabsatz gelangt. In kartierten Innenräumen kann das gewünschte Ziel per Sprachkommando angesteuert werden. Alle Systeme lassen sich mit einem Not-Knopf ausstatten, über den Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter von der Johanniter-Unfall-Hilfe erreichbar sind, die von der Ferne aus im Video-Dialog Hilfe leisten können.

Eine Besonderheit des ASSAM-Projekts war der umfassende anwenderorientierte Ansatz, der auf einer laufenden Evaluierung der einzelnen Komponenten basierte. End-Nutzerinnen und Nutzer aus verschiedenen Ländern testeten und bewerteten die Systeme und gaben wertvolle Rückmeldungen an die beteiligten Partner.

Alle Projektergebnisse haben das Stadium von Forschungs- oder Pilot-Prototypen erreicht. Für einige Ergebnisse wird zusätzlicher Aufwand in der kritischen Innovationsphase zum marktfähigen Produkt benötigt, während für andere weitere Entwicklung oder Forschung erforderlich ist.

Quelle: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI


...zurück zur Newsübersicht / Startseite
...zurück zur Newsübersicht / Archiv
...zurück zur Gesundheitsnews-Suche