Multiple Sklerose
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- 24.02.2016


Jede vierte Schwangere hat Restless Legs

 


Die Symptome Schmerzen, Unruhe und Missempfindungen in den Beinen, die einen außerordentlichen Bewegungsdrang auslösen und sich am Abend und in der Nacht verschlimmern, sind in der Medizin als Ruhelose Beine, "Restless Legs", bekannt. Man schätzt, dass jede vierte Schwangere darunter leidet, und dass bei Schlafstörungen in der Schwangerschaft in jedem dritten Fall dieses Phänomen die Ursache ist.

"Viele Frauen wissen überhaupt nicht, dass es sich um eine Krankheit handelt, und es Abhilfe gibt", betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Dabei können die Symptome oft schon mit einfachen Mitteln deutlich gelindert oder sogar beseitigt werden." In der Schwangerschaft scheint ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren, von Eisenmangel und der Verfügbarkeit von Eisen im Gehirn und von Folsäuremangel bei gleichzeitig hohem Level des Schwangerschaftshormons Östrogen eine Rolle zu spielen, vermutet die Frauenärztin Dr. med. Julia Spratte von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg. Außerhalb der Schwangerschaft werden bei schweren Restless-Leg-Symptomen häufig Arzneimittel verordnet. Allerdings kommen diese Medikamente in der Schwangerschaft nicht oder nur in sehr seltenen Ausnahmefällen in Frage. "Wir empfehlen zunächst einige grundlegende Maßnahmen, wie den Verzicht auf Koffein, ausreichend tägliche körperliche Aktivität und Spaziergänge, allerdings keinen anstrengenden Sport, dazu Yoga und Entspannungstraining", erläutert Dr. Albring. Auch Massagen und warme Bäder am Abend, Abschalten von Musik und Fernseher kurz vor dem Schlafengehen sowie ein gut abgedunkeltes und gelüftetes Schlafzimmer können helfen, wenn die Schlafstörungen im Vordergrund stehen.

Da bei Restless Legs in der Schwangerschaft häufig Eisenmangel und ein Mangel an roten Blutkörperchen gefunden werden, ist die Einnahme von Eisenpräparaten besonders wichtig. Wichtig ist hier das Protein Ferritin. Ist der Ferritinspiegel im Blut stark erniedrigt ist, muss Eisen zunächst intravenös gegeben werden, erläutert die Ärztin der Universitätsfrauenklinik. Auch ein Folsäuremangel sollte behoben werden; der Bedarf an Folsäure ist wie der Eisenbedarf in der Schwangerschaft erhöht. Ein Folsäuremangel in der sehr frühen Schwangerschaft kann zu schweren Veränderungen der Wirbelsäule und des Gehirns des Embryos führen. Deshalb sollte eine ausreichende Folsäureversorgung für alle Schwangeren ohnehin selbstverständlich sein.

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e.V.


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