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- 21.06.2017


Grillen - eine Sommerfreude nur für den Außenbereich

 


Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Holzkohlegrills nicht im Innenbereich zu verwenden
Die Grillsaison ist eröffnet. Damit das Grillvergnügen nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einige Hinweise zum richtigen Umgang mit dem Holzkohlegrill. Beim unvollständigen Verbrennen und Verglühen von Holzkohle entsteht Kohlenmonoxid, das zu tödlich verlaufenden Vergiftungsunfällen führen kann. Aus diesem Grund empfiehlt das BfR, Grills nicht in Innenräumen zu benutzen. „In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Vergiftungen durch Kohlenmonoxid beim Grillen“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. „Das Gas ist geruchslos, wird deshalb nicht bemerkt und kann daher leicht unterschätzt werden.“

Betreibt man wegen schlechten Wetters Holzkohlegrills in Innenräumen wie zum Beispiel Garagen, kommt es aufgrund der mangelnden Luftzirkulation zu einem Anstieg der Kohlenmonoxidkonzentration in der Innenraumluft. Das Gas ist sowohl farb-, geruchs- als auch geschmacklos und verbreitet sich rasch in der Luft. So wird es unbemerkt eingeatmet. Diese Gefahr besteht übrigens auch bei geöffnetem Garagentor.

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) führte im Jahr 2013 Versuche zur Ermittlung von Kohlenmonoxid-Konzentrationen beim Grillen in Innenräumen durch. Dabei entstand in einer mit einer Garage oder einem Wohnzimmer vergleichbaren 19 Kubikmeter großen Schwadenkammer bereits nach zwei Stunden Verbrennung von 800 Gramm Holzkohle eine giftige Gas-Konzentration von 3 000 ppm (parts per million). Diese Konzentration würde beim Menschen bereits nach wenigen Minuten Einatmung zur Bewusstlosigkeit führen.

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material wie Holzkohle. Das Gas verhindert im Körper die Bindung von Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Dadurch kann das Blut den lebenswichtigen Sauerstoff nicht mehr transportieren. Die Folge ist eine Sauerstoff-Unterversorgung des Gewebes, die in leichten Vergiftungsfällen zu Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Müdigkeit, Muskelschwäche und beschleunigtem Herzschlag führt. Besonders nach vorherigem Konsum von Alkohol kann die Situation falsch eingeordnet werden. Bei mittelschweren und schweren Vergiftungen kommen Kurzatmigkeit und Bewusstlosigkeit mit Abflachung der Atmung hinzu. Es besteht Lebensgefahr, die durch Sauerstoffgabe oder maschinelle Beatmung behandelt wird. Betroffene können eine kirschrote und daher gesund wirkende Hautfarbe aufweisen. Folge längerer Atemstörungen sind vorübergehende oder bleibende Hirnschäden.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)


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